Das Team

Gabriela Häfner

Als ich im November 1969 in Kiel geboren wurde, landete die Hebamme im Ententeich. Mit dem Auto. Selbstverständlich nicht meinetwegen. Oder ausnahmsweise nicht meinetwegen. Schuld war ein Herbststurm, der tobte, während meine Mutter in Wehen lag. Ein richtiges Jahrhundertunwetter! Meint zumindest meine Mutter.

 

vom 05.12.06

Ich glaube ihr aufs Wort. Denn auch mein erster Sohn kam im Jahr 1996 so zur Welt: in einer stürmisch durchtobten Jahrhundertnacht. Bei Windstille allerdings. Damals war ich gerade mit einem Studium (Literaturwissenschaft, Politologie und Skandinavistik in Berlin) beschäftigt und hatte mit dem Mann, mit dem ich Kinder haben wollte, etwas sehr Cleveres ausgerechnet: dass, wo vier Hände wickeln, zwei Hände nur halb soviel wickeln müssen wie sonst alleine – pro Kopf gesehen.

 

Nun ja, das klingt ziemlich kompliziert und war es auch, ging aber dennoch irgendwie so auf, dass Zeit blieb: für Übersetzungsjobs und wissenschaftliche Publikationen und dann die ersten journalistischen Schritte nach dem Studium, zum Beispiel bei „Radio Kultur“ vom SFB, der Tageszeitung „Junge Welt“ und auch anderswo. Und daneben auch für Kalle (im Jahr 2000 geboren), der mittlerweile so gut wie sein Bruder Mats in den Bäumen sitzen kann. Oder die Eltern auf die Palme bringen.

  

Und vor kurzem kam dann Miss Tilly vorbeigeschneit. Mit einem Angebot, das einfach nicht auszuschlagen war: guten Journalismus zu machen! Was das ist? Vermutlich ein Journalismus, der nicht nur unterhalten, sondern auch unterscheiden kann – zwischen dem, was ist, und dem, wie es erlebt und weitergegeben wird. Und einer, der beides ernst nimmt!

 

Da fällt mir ein: Neulich rief meine Schwester an. Sie hätte eine Frau kennen gelernt, die zur selben Zeit und am selben Ort wie ich zur Welt gekommen war. Deren Mutter erzählte von einer Fensterscheibe, die im Kreißsaal zu Bruch ging. Ein Ast sei von einem heftigen Sturm aufgewirbelt worden und gegen diese geschleudert. In dieser Nacht nämlich … Sieh an! Jahrhundertunwetter?!