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Carola Thurow

„Meine Mama ist Kinderaufpasserin, kocht und macht Augen gesund“ antwortete Paula (jetzt 7, damals 4) auf die Frage was ihre Mama denn so den ganzen Tag tut. Das ist zwar noch lange nicht alles, aber auf das Wesentliche reduziert.

 

vom 06.02.07

Meine ersten, manche sagen prägenden Jahre, verbrachte ich in einer Studentenbude über einer Kneipe in Berlin-Weißensee. Daher wahrscheinlich die gelegentlich unterdrückte Vorliebe für schrille Typen, laute Musik und für einen etwas anderen Blick auf die Dinge. Nach 25 Jahren mit Abi, Medizinstudium und Promotion habe ich es gewagt, die Stadt, die ich wie einen verflossenen Geliebten trotzdem sehnsüchtig vermisse, zu verlassen.


Jetzt leben wir zu dritt in einer Landschaft, die schon immer Menschen mit einem Hang zur Melancholie angezogen hat:

Das Moor vor Bremen.

Manche nennen es Provinz, ich nenne es nasses, leises, flaches Land.

Ein guter Ausgleich gegen das immer lauter werdende Leben.


Die vielen Geschichten des Alltags mit Familie und eigener Praxis treiben mich dazu, etwas zu Papier zu bringen, obwohl ich das nicht gelernt habe. Zuhören habe ich gelernt und kleine Wunder zwischen scheinbar unbedeutenden Worten und Tönen herauszufinden auch.

„Leben ist anfangen“ sagte Cesare Pavese.

In diesem Sinne bin ich hier eine lebendige, hörende Anfängerin.


Ach übrigens, auf die Frage: Wie alt ist deine Mama? sagt Paula “so über 30 ungefähr!“. Stimmt, geboren 1968!