Das Team

Tina Groll

 

vom 27.01.08

„Wie heißen Sie? Greuel?!“ fragte neulich der freundliche Sekretär der Senatorin, die ich interviewen wollte. Auweia, ich weiß wirklich nicht, was an dem Namen Groll so schwer ist. Aber entweder verstehen meine Interviewpartner häufig „Kroll“ – was naheliegend, aber falsch ist, oder „Greuel“, was ich wiederum schlimmer als „Groll“ finde. Ein Greuel will ich dann ja auch nicht sein. Also sage ich: „Nein, Tina mit T wie Troublemaker und Groll wie Böse. Ich bin Journalistin. Nicht Journalist.“ Männer verstehen das oft nicht. Das ist ja das Grundproblem. Die Jungs schnallen es einfach nicht. Und darum bin ich eben Journalistin geworden. Ich will wissen, was bei denen Herren der Schöpferin schief läuft.


Und ich will einfach nicht das machen, was „man(n)“ eben so macht. Das prüft die gemeine Journalistin nach. Leidenschaft Recherche – und vor allem Leidenschaft Journalismus. Das zeigte sich schon früh – im Dorf im schleswig-holsteinischen Nirgendwo, in dem ich aufgewachsen bin. Der Legende nach ist meine Mutter 68 in Berlin mit dabei gewesen, hat in Kommunen gehaust und sehr unpolitisch festgestellt, „dass die da immer so lustige Zigaretten rauchen.“ Die Sache mit dem Pennen und dem Establishment fand sie wohl klasse, noch besser aber die Idee, dass Frauen das tun sollten, was sie wollen. Und Papa war immer ein solides Backup. Während er Ingenieur wurde, kam Mama mit der aufflammenden zweiten Welle der Frauenbewegung in Kontakt. Immerhin hat’s gereicht, die EMMA zu abonnieren und ihren drei Töchtern, von denen ich die Mittlere bin, hin und wieder daraus vorzulesen.

 

Wie Alt-68 nun mal so sind, haben sich Mama und Papa dann aber doch für ein bürgerliches Leben im schleswig-holsteinischen Niemandsland entschieden – und das war auch gut so. Man braucht ein klares Feindbild, das einen antreibt, was werden zu wollen. Und so stand der Entschluss von meinen Schwestern und mir früh fest: Niemals so zu sein, wie man(n) eben zu sein hat. Jede von uns nahm einen kreativen Werdegang und weil ich schon auf dem Familienbild als Zweijährige den kritischen Blick von unten nach oben hatte, deutete sich eben eine Karriere als Journalistin an. Die und die Möglichkeit für alle anderen Journalistinnen, Karriere zu machen, dafür setze ich mich beharrlich ein – in verschiedensten Medien und vor allem in vielen Netzwerken und Berufsverbänden, zum Beispiel dem Journalistinnenbund (www.journalistinnen.de).

 

Damit man(n) sich den Namen Tina Groll endlich mal merkt – und zwar ohne, dass ich zum Greuel werde. Noch sehr viel mehr unter www.tina-groll.de.