Das Team

Sandra Wagner

Mönchengladbach kennen die meisten wegen Fußball. Ich komme da ebenfalls her, halte mich aber „unter uns gesagt“ lieber in Düsseldorf oder Köln auf. Zumindest, wenn es darum geht, einen netten Abend fernab der Tastatur zu verbringen.

 

vom 21.03.10

Meine liebe Brut und mich ernähre ich als freie Journalistin – am linken Niederrhein werden wir gerne „Schreiberling“ genannt – und schreibe ab und zu ein Buch, dies eher aus Idealismus und Spaß an der Freude. Geschrieben habe ich, wie die meisten Gleichgesinnten, schon immer. In den ersten beiden Schuljahren schenkte ich meiner Lehrerin peinliche Reime, bei denen Flöhe als Protagonisten fungierten. Neulich traf ich besagte Lehrerin und sie meinte: „Ich habe immer gewusst, dass du mal schreibst. Mathe war nie deins.“ Stimmt.

 

Apropos Herzblut: Warum ich immer die Umfragen machen muss, wüsste ich gerne mal. Angeblich liegt mir das, bin ich genau die Richtige dafür und mache das doch gerne, süßholzraspeln meine Kollegen. Liebe Kollegen, ich finde Umfragen zwar wichtig, aber genauso blöd wie ihr! Man fühlt sich wie ein Klinkenputzer, holt sich einen Korb nach dem anderen – das ist ein genauso undankbarer Job wie Bügeln. Wobei ich selbst zu den Abwimmlern gehören, denn ich lasse mich ebenfalls nicht gerne auf der Straße von der Seite anquatschen. „Keine Zeit“, beeile ich mich dann zu sagen, ohne mir das Thema anzuhören.

 

Und überhaupt habe ich eigentlich nie Zeit. Mit 24 Stunden ist mein Tag viel zu kurz. Vielleicht habe ich auch zu viele Ideen. Selbst mein Hund guckt schon ganz traurig (das ist geklaut in Anlehnung an den Song „Nimm mich mit“, es trifft nun mal den Kern). Wenn dann gar nichts mehr geht, ziehe ich die Notbremse, verschwinde für ein paar Tage ins Kloster und genieße den Luxus der Stille. Oder ich lüfte mein Hirn beim Laufen, flüchte in ein wundervolles Konzert oder an die Nordsee. Dort möchte ich übrigens leben, wenn ich mich alt fühle.