Anderswo

„Das stellt doch meine Arbeit in Frage“

Kate Winslet ist Schauspielerin – und sieht ihre Rolle darin, auch Falten und Rundungen von Frauen zu verkörpern. Deshalb schimpft sie immer mal wieder auf den absurden Druck, vor einer Kamera stets atemberaubend gut aussehen zu müssen ...

 … und gerade hat sie es wieder getan. Sozusagen beides zugleich: Mit gutem Aussehen geglänzt und mit Kritik nicht gespart. Für das Hochglanzmagazin „Vanity Fair“ ließ sich Kate Winslet nämlich vor kurzem überraschend nackt und angeblich „natürlich schön“ ablichten. In einem Interview mit dem Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ äußerte sie dagegen starke Zweifel an dem Körperkult, den unsere Zeit betreibe. Gegen den aber natürlich auch ihre eigenen Fotos nicht gerade Einspruch erheben – ein Widerspruch? 

Der Journalist Max Fellmann hat versucht, hier kritisch nachzuhaken und mit der Schauspielerin gesprochen, die seiner Meinung nach „mehr Glamour auf eine Zeitschriftenseite zaubern kann als ein ganzes Sonnendeck voller Supermodels“. Dabei ist die Engländerin eigentlich für anderes bekannt: 

Hier und da umschiffte sie nämlich sehr geschickt die Glamourfallen, die Hollywood ihr eröffnete, seit der Film „Titanic“ ihr den großen Durchbruch brachte. Damals hatte sich Kate Winslet noch einiges an Gewicht herunterhungern müssen, um überhaupt ins Bild zu passen und die Rolle jener Frau spielen zu dürfen, für die Leonardo DiCaprio liebend im Eismeer versinken sollte. Mittlerweile hat die Schauspielerin aber keine Scheu mehr, sehr viel selbstbewusster aufzutreten und offen zu bekunden, wie sehr ihr die „Kaloriendiktatur“ der Filmbranche auch immer mal wieder auf die Nerven geht. 

Lesen Sie hier nun den Anfang des Interviews im „SZ“-Magazin, um zu erfahren, wo genau für Kate Winslet die Grenze ist – zwischen dem, was der Job abverlangt, und dem, was an medialer Inszenierung und digitaler Retusche dann doch „Englands schönstem Dickkopf“ einfach zu viel ist:  

SZ-Magazin: Frau Winslet, Sie sorgen immer wieder für Diskussionen, weil Sie sich dagegen aussprechen, dass Fotos von Ihnen nachträglich am Computer bearbeitet werden. Wären Sie so nett und fassen noch mal zusammen, was genau eigentlich das Problem ist?


Kate Winslet: In einfachen Worten – Schauspielerinnen sind nicht perfekt. Sie sind ganz normale Menschen. In Filmen versuche ich, genau das zu spielen, normale Frauen mit Falten, mit Rundungen. Also verstehe ich nicht, warum irgendwelche Grafiker in Zeitschriftenredaktionen nachträglich noch an Fotos von mir rumretuschieren müssen – das stellt doch letztlich meine Arbeit in Frage...“ 

 

Das ganze Interview mit Kate Winslet, die übrigens demnächst mit gleich zwei neuen Produktionen im Kino zu erleben sein wird, den Filmen „Zeit des Aufruhrs“ und „Der Vorleser“, finden Sie, wenn Sie hier klicken.