Wissenswertes

Ach, ist schon wieder Muttertag!?

Kinder würden ihren Müttern nicht so gerne liebe Dinge sagen – das verstoße gegen die harten Gesetze des Spielplatzes. So spottet ein Buch, das Frauen alternativ mit Anerkennung zum Muttertag verwöhnen möchte. Aber brauchen wir die überhaupt noch? Oder wären viele heute nicht auch zufrieden, wenn Muttertag einfach mal ausfiele?

Anscheinend ist er noch immer beliebt: 68 Prozent der Deutschen gaben in einer Umfrage des Magazins „Focus“ im vergangenen Jahr an, dass sie den Muttertag nach wie vor für zeitgemäß hielten. Dagegen waren 31 Prozent der Meinung, auf ihn auch gut verzichten zu können – und zu 39 Prozent sogar die Frauen selbst. Gerade unter ihnen scheint die Skepsis am größten, dass „20 Tulpen oder eine Schachtel Pralinen“ ausreichen könnten, um Dankeschön zu sagen. Für all den Stress und die Verantwortung, die Frauen als Mütter zu tragen haben?

 „Süßigkeiten sind nicht stark genug“, wetterte einst in der Wochenzeitung „Die Zeit“ eine Stimme, die auch meinte, das ganze Ritual täusche doch nur darüber hinweg, wie wenig die Probleme von Müttern an allen anderen Tagen im Jahr wahrgenommen würden. Ganz zu schweigen von den Konflikten, die man ihnen heute aufbürde: „Sind sie Hausfrauen, macht man sich über sie lustig, Arbeiten sie voll, werden ihre Kinder bemitleidet. Machen sie von allem ein bisschen, können sie ihr schlechtes Gewissen gleichmäßig auf beide verteilen: Kinder und Arbeitgeber.“ Ob Schokolade und Blumen hier wirklich aufmuntern?

Nun, Einwände gegen den Muttertag gibt es viele. Und während die einen ihn feiern, gilt er den anderen nur als verpönte Angelegenheit, als Inbegriff von Spießigkeit oder, noch schlimmer, Ausdruck eines Mutterkults, der seine Wurzeln in der NS-Zeit haben soll – was so allerdings nicht stimmt. Schwer aber wiegt auch der Vorwurf, dass man sich doch nichts vormachen dürfe: Auch andere profitierten bestens, wo angeblich nur Mama mal so richtig auf ihre Kosten kommen soll, ob mit Blumen, Parfüms und andere schönen Dingen, die alljährlich den Konsum rund um den zweiten Sonntag im Mai ordentlich ankurbeln.

Was wohl die Amerikanerin Anna Jarvis dazu sagen würde? Sie ist die eigentliche Erfinderin des Jubeltages, der 1908 zum ersten Mal offiziell gefeiert und später von Präsident Wilson zum Feiertag für die ganze Nation erklärt wurde. Nun, Anna Jarvis, da darf man sich wohl sicher sein, wäre mit ihrer Stimme heute im Chor jener zu hören, die kein gutes Haar an dem alljährlichen Ritual lassen können.

Denn noch zu Lebzeiten musste die Feministin aus West Virginia erleben, wie ihre Idee zum Kommerz mutierte. Anna Jarvis protestierte hiergegen, landete sogar einmal im Gefängnis und verlor ihr Vermögen, weil sie etliche Prozesse gegen jene führte, die den Ehrentag in ihren Augen schwer pervertieren. Gegen die Blumenindustrie und auch andere Teile der Geschäftswelt zog sie mit der Kritik zu Felde, sie habe einen Gedenktag schaffen wollen – und keinen Geschenktag. Aber da war das Ritual schon nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Immerhin hatten die geschäftstüchtigen Widersacher von Anna Jarvis das Gefühl, der Frau am Ende ihres Lebens noch etwas zu schulden: Die Kosten für das Altenheim nämlich, in dem die Amerikanerin verarmt im Jahr 1948 starb, wurden von den Blumenhändlern des Landes getragen.  

Anna Jarvis hatte durch das Vorbild ihrer eigenen Mutter begonnen, sich für die Rechte von Frauen zu engagieren, darunter auch insbesondere für die Situation von Müttern, die sie vernachlässigt fand. Um hier ein Zeichen zu setzen, initiierte Jarvis den besonderen Tag für diese, der bald auch in Europa Anklang fand – in Deutschland in den 1920er Jahre aber von Anfang an unter schwierigem Vorzeichen. Denn hier waren es in vorderster Front Floristenverbände und konservativ bis völkisch orientierte Vereine, die hier ihre große Chance sahen, ihre ganz eigenen Interessen zu verfolgen. Von der Fortführung dieser Tradition im Mutterkult der Nationalsozialisten ganz zu schweigen.

Entsprechend zwiespältig sind denn auch die Gefühle, mit denen viele Frauen heute dem Muttertag begegnen. Und groß ist hier und da die Verunsicherung: Wer erwartet denn nun eigentlich noch was von wem – am zweiten Sonntag im Mai? Nun, zumindest die Allerkleinsten können immer punkten. Denn eines scheint sicher: Absoluter Spitzenreiter unter den Dingen, über die sich Frauen ohne wenn und aber zum Muttertag freuen, sind laut Umfrage nach wie vor die Bastelarbeiten, die in Schulen und Kindergärten entstehen.  

Also, alles gar nicht so schlimm, wie ein Buch nahe legt, dass im Blanvalet-Verlag erschienen ist. „Mutters Buch“ will Schluss machen mit dem „ganzen klebrigen Kitsch, der alles Mütterliche umgibt“ und mahnt Frauen, doch endlich mal einzusehen: Kinder sind keine dankbaren Wesen. Wer dennoch Anerkennung braucht, kann zu dieser Publikation auch greifen – nicht nur zum Muttertag, aber dafür nur mit Vorsicht: Das Buch schmeichelt nämlich nicht nur, sondern trieft auch vor schwärzestem Humor.  

 

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