Männerecke

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Ein Tag im Baumarkt!

Von: Claudius Holzwarth, Foto: photocase.com

vom 14.03.07

Ein gemütliches Wochenende mit meiner Freundin war angesagt. Es hat auch perfekt angefangen, wir hatten ausgeschlafen, lecker gefrühstückt und lagen gerade auf der Couch, sie in meinen Armen, als mich plötzlich zwei total unschuldige Augen anblickten – duhuuuu? Kannst du mir helfen, ich brauch noch ein paar Sachen vom Baumarkt und kann die nicht alleine tragen, du weißt ja, dass ich kein Auto habe...


Das war's also mit dem gemütlichen Wochenende. Aber welcher Mann kann in so einer Situation schon nein sagen? Ja klar helfe ich dir, brauchst doch nicht fragen, hörte ich mich in der nettesten Stimme sagen, die ich so drauf habe. Du bist viel zu lieb, dachte ich noch, als sie sagte, du bist sooooo lieb. Jaja, antwortete ich, wann gehen wir? 30 Minuten später fand ich mich zwischen Regalbrettern, Hängelampen und Bilderrahmen wieder.

 

Ach so, eine Leiter brauche ich auch noch, sagte sie, so eine große lange, sonst kann ich in meinem Altbau keine Lampen anschrauben – sag mal, kannst du so was eigentlich? Hmpf, hörte ich mich antworten, als wir auch schon vor den Leitern standen und wir (ich tat so als ob) überlegten, welche der Leitern wohl die richtige wäre. Du denkst daran, dass wir die in der U-Bahn und durch den Regen irgendwie nach Hause bringen müssen, wollte ich gerade sagen, als ich plötzlich IHN sah! Ich schaute etwas verwirrt. Hast du einen Geist gesehen? fragte meine Freundin, ich schaute sie an, ähh moment mal, ich glaub, da war grad...


Wer war da? Ich konnte nicht antworten, denn in dem Moment war ich schon längst um die Ecke gebogen, um sicher zu gehen, ob ich wirklich richtig sah, und da stand er wirklich. Der, den ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne, von dessen Band ich drei CDs besitze und der mir wegen seiner respektlosen Art irgendwie total gefiel. Ich ging zurück zu meiner Freundin und erzählte ihr von meiner Sichtung. Und plötzlich war es mir total egal, was mir meine Freundin in die Hände packte und wie lange der Einkauf noch ging. Denn mein Star hatte das gleiche Problem wie ich. Er schob den Einkaufswagen, etwas gelangweilt, und wartete darauf, dass seine Freundlich endlich alles zusammen hatte...

 

Mir war nie bewusst, dass Musiker, die man aus dem Fernseher und Radio kennt, auch irgendwie irgendwo wohnen und auch eine Freundin haben, die erwartet, dass ihr Freund, wer auch immer das sein mag, ihr hilft. An der Kasse sah ich ihn dann wieder, er stand an der Kasse neben mir, vor ihm gab es irgendein Problem, weshalb sich die Wartezeit verlängerte und es war offensichtlich, dass er total genervt war. Ob er über diesen Einkauf wohl ein Lied schreibt? fragte ich mich, und als er die Augen verdrehend in meine Richtung sah, antwortete ich ihm auf die gleiche Art. Er sah es! Er lächelte! Ich lächelte! Wir verstanden uns! Ohne Worte!



Das Leiternheimtragen machte mir echt nichts aus, es war zwar saukalt, es regnete und ständig beschwerte sich jemand, ob ich nicht besser aufpassen könnte mit meiner Leiter, aber mir war alles egal, da draußen gab es einen Star, dem es genauso ging wie mir. Und wahrscheinlich sitzt er genau jetzt, jetzt wo ich gerade diese Zeilen schreibe, auch da und schreibt ein Lied...

 

 

Übrigens sind mir im Laufe des Wochenendes eine Menge Sachen aufgefallen, die meine Freundin sonst noch so aus dem Baumarkt dringend brauchen könnte. Ich freue mich schon auf nächsten Samstag! Baumarktzeit...