Babe der Woche

Alors, heute schon gelebt?

Ein Stadtführer möchte die schönsten Seiten von Paris zu entdecken geben – und nimmt Frauen ins Visier. Jedes Viertel der Stadt hätte nämlich eine eigene weibliche Spezies als Anziehungspunkt, vom Typ der „trendigen Jugend“ bin hin zur „schmuddeligen Reife“. Auf welchen Leser das abzielt? Natürlich die Männer.

Denn nach Meinung des Franzosen Pierre-Louis Colin, der ansonsten eher als Redenschreiber für den Außenminister seines Landes zur Feder greift, brauchen Männer unbedingt die Gewissheit, „gelebt zu haben“. Und wie kommen sie zu einer solchen? Durch den Anblick von weiblichen Reizen, wie uns Colin in seinem Buch „Führer der schönen Frauen von Paris“ verrät.

Laut Autor hätten Männer die Aufgabe, „die Welt und die Beine der Frauen zu lieben“. Die Stadt Paris sei da reich an Möglichkeiten, und wer sich als Mann hier die Zeit nimmt und den richtigen Ort wählt, der könne auf seine Kosten kommen – und kurzen Röcken, „edlen Beinen“ und „schamlosen Dekolletés“ hinterher schauen.

Schönstes Schubladendenken gepaart mit Voyeurismus? Der Autor sieht das anders. Die Freiheit, schöne Frauen zu betrachten, sei ein wichtiger Bestandteil der französischen Kultur, so meint er. Und die Pariserin ein Mythos, der über Jahrhunderte schon gepflegt worden sei.

Mag sein. Dennoch muss die Frage erlaubt sein: Hat Paris keinen Zoo?