Fürs Auge

Amazonen

Uta Melle hat sich mit anderen brustamputierten Frauen fotografieren lassen. Und definiert damit den Begriff Amazonen neu. Hut ab!

Es ist ein mutiges Projekt. Und ein Hinkucker dazu. Man kann gar nicht anders als diese Frauen bewundern, die sich mit Selbstbewusstsein und Lebensfreude in diesem Fotobuch der Welt präsentieren. Sie demonstrieren nicht nur, welche Schönheit ein Körper auch nach einem solchen Eingriff haben kann. Sie führen unweigerlich jedem Betrachter, jeder Betrachterin vor Augen, welchem absurden, weil maskenhaften und standardisierten Ideal von Schönheit wir üblicherweise nachhängen.

 

 

 

Uta Melle, die Initiatorin des Projekts, erfuhr vor eineinhalb Jahren, dass sie an Brustkrebs erkrankt war. Doch statt sich passiv ihrem Schicksal zu fügen, startete die 41jährige dieses einzigartiges Fotoprojekt. Erst ließ sie Aktfotos von sich anfertigen, vor und nach der Brust-OP, dann begeisterte sie viele Frauen, es ihr nachzutun und organisierte eigenständig diese Fotoproduktion.

 

 

 

Sie lachen ihrem Schicksal ins Gesicht. Die Aufnahmen der modernen, „Amazonen“ stammen von der Mode- und Portraitfotografin Esther Haase, die in Hamburg lebt und von Fotografin Jackie Hardt, die lange vor der Kamera arbeitete, bevor sie die Seiten wechselte und sich wie Haase auf Mode- und Portraitfotos spezialisierte.

 

 

 

 

Das Fotobuch mit Texten der porträtierten Frauen gibt es vom Kehrer-Verlag. Die Ausstellung dazu war zunächst im Mai in Hamburg zu Gast, ist von 9. Juni – 10. Juli 2011 in der Düsseldorfer Stilwerk Design Gallery und voraussichtlich im August 2011 im Stilwerk in Berlin zu sehen. Im September/Oktober wandert die Ausstellung weiter nach Wien.