Reizthema

Computer Barbie

„Barbie fucks it up again“

Das Bewusstsein für überholte Klischees wächst. Und der Widerstand ebenso. Neuestes Beispiel: Ein Buch mit dem Titel „Barbie: I Can Be A Computer Engineer“, in dem Barbie in der IT-Branche arbeitet – aber dann doch wieder nur das kleine Dummchen sein darf, das die Hilfe der großen Jungs braucht.

 

Computer-Barbie kann nicht programmieren

 

Vier Jahre gab es das Buch schon – jetzt erst fiel auf, welch rückständiges Bild einer jungen Frau hier gezeichnet wird. Es kam zu einer Welle verständnisloser bis wütender Kommentare. Die Argumente wogen schwer und es konnte nicht vom Tisch gewischt werden, dass hier die Vorstellung bemüht wurde, Frauen kämen ohne die professionelle Hilfe von Männer in einer technischen Welt nicht zurecht und seien, wenn sie hier schon zugelassen sind, dann doch wieder mal vor allem fürs „Verschönern“ zuständig (Barbie ist in dem Buch tatsächlich keine Computeringenieurin – wie der Titel suggeriert -, sondern eine Designerin, die nicht Programmieren kann). Jetzt nahm „Mattel“ nicht nur das Buch vom Markt, sondern schrieb in einer öffentlicher Entschuldigung: „Wir glauben, dass Mädchen darin gefördert werden müssen, zu verstehen, dass alles möglich ist und an eine Welt ohne Limits glauben. Wir entschuldigen uns, dass dieses Buch diesen Glauben nicht reflektiert.“

 

Kreativer Gegenschlag  - die "FeministHackerBarbie"

 

Kaufen kann man das Buch nicht mehr – nachlesen, was drin stand, ist dennoch möglich: In Pamela Ribons Blogbeitrag „Barbie fucks it up again“. Die Autorin und Drehbuchschreiberin hat damit nicht nur dafür gesorgt, dass überhaupt davon Notiz genommen wurde, sondern auch, dass die Geschichte in Windeseile viral die Runde machte. Sie sagt, sie konnte einfach nicht anders: „We couldn’t just roll our eyes at how insulting this book is, how dangerous it is for young minds, how it’s a perfect example of the way women and girls are perceived to “understand” the tech world, and how frustrating it can be when nobody believes this is how we’re treated.“


Das Gegenmittel? „Frau“ hilft sich auch da mittlerweile rasch selbst. Denn wie man ein solches Buch anders machen könnte, haben viele via '“#FeministHackerBarbie“ gezeigt, wo ständig neue, alternative Texte für Computerbarbie entstehen.