Reizthema

Das Leben ist zu kurz für ­Knäckebrot

Ich pfeif auf Diät! Sabine Asgodom hat Tipps für den Befreiungsschlag vom herrschenden Schönheitswahn.

Eigentlich wollte Sabine Agodom ein Buch für, wie sie selber sagt, dicke Frauen schreiben. Doch sie musste fest stellen, das Gefühl "zu dick zu sein" kein Problem von alleine "dicken" Frauen, sondern ein allgemeines Problem unter Frauen, egal welcher Kleidergröße, ist. So mag ­Asgodoms neues Buch wie ein Befreiungsschlag anmuten, in dem sie der ­Hetzjagd nach dem vermeidlichen Traumgewicht ein Ende setzen will.

 

Wer kennt das nicht, der Blick in den Spiegel und die darauf folgende Feststellung "Ich bin zu dick!" Nagenden Zweifel. Dann der Entschluss, eine Diät muss gemacht werden, durch die sich dann gequält wird.

 

Gefangen im Diätkreislauf

 

Den Teufelskreis aus Diätversuchen, die mehr oder minder erfolgreich waren und dem darauf folgenden ­Jojo-effekt, hat die Autorin 25 Jahre lang am eigenen Leib erfahre. Ihre erste Diät begann sie mit 13 Jahren, von ihrer Mutter in den Diätkreislauf aufgenommen. Mit 19 Jahren und mehreren Diäten hatte sie sich schon auf 74 Kilo hochgehungert und mit 24 schon auf 80 Kilo. Während ihrer späteren Schwangerschaft nahm sie noch einmal 21 Kilo zu und bekam in ihren Mutterschaftspass die "Abstempelung" adipös. Bei ihrer zweiten Schwangerschaft nahm sie nochmals 21 Kilo zu und danach wieder 10 Kilo ab, wobei sie betont trotz ihrer 85 Kilo fit gewesen zu sein, denn sie ging mit ihren Kindern schwimmen oder auch Rad fahren. Ernüchtert stellt sie heutzutage fest, dass jede Diät, die sie gemacht hatte, sie nur auf der Gewichtsskala noch höher katapultiert hat.

 

So stellt sie die Frage, was veranlasst erfolgreiche, intelligente Frauen, dazu sich nur wegen ihres Gewichtes schlecht reden zu lassen? Warum lässt Frau sich so sehr durch Medien und Mode diktieren, wie sie auszusehen hat?

 

Warum Menschen dick werden

 

Die Autorin beleuchtet, aus welchen Gründen Menschen dick werden, sei es Trotz, Ärger, den Lebensumständen oder Stress (ja auch das ständige Gefühl, alles wäre besser, wenn man dünner wäre, erzeugt Stress und lässt zunehmen), dabei stützt sie sich auf Statistiker und Expertenmeinungen, die einige der gängigen Vorurteile über "Dicke" ins Wanken bringen.


Ziel des Buches ist es die Leserinnen dahin zu führen, ihre Leben selbstbestimmt, mit Lebensfreude und vom herrschenden Schönheitswahn gelöst, zu führen. Hierfür gibt Sabine Asgodom fünf Lösungen vor, die nicht schwer sind, aber nicht immer einfach fallen, nur um ein Beispiel zu nennen, sich selber erst einmal so zu akzeptieren, wie man ist.


Es darf auch gelacht werden

 

Das Buch ist locker und witzig geschrieben und immer wieder mit Anekdoten aus Sabine Asgodoms Erfahrungsschatz gespickt. Außerdem finden sich immer einmal wieder ein Hühner-Cartoon von Peter Gaymann, der zum Schmunzeln einlädt. Bleibt am Ende nur die Frage, die sich jede Leserin (auch jeder Leser) selber beantworten muss, will sie sich mehr über eine Kleidergröße, oder über das, was sie wirklich ist, definieren?


Sabine Asgodom war lange Zeit als erfolgreiche Journalistin tätig und arbeitet heute als Trainerin, Coach und Vortragsrednerin. Sie hat schon viele Erfolgsbücher verfasst, unter anderem "Lebe wild und unersättlich", "Greif nach den Sternen!", oder "Generation Erfolg - So entwickeln Sie Persönlichkeit". 2010 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet für ihr Engagement für Frauen.

 

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Sandra Offermanns studiert Journalismus und Bildungswissenschaften. Sie schreibt außerdem für die Online Magazine suite101.de und kulturaextra.de.

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