Fürs Auge

„Äh … was machst du da eigentlich“?

Unfug. Kunst. Und Poesie: David Shrigley präsentiert seine besten Bilder und Texte in einem Buch, das eigens für die deutsche Ausgabe überarbeitet wurde.

 

Anderswo horcht man längst auf, wenn sein Name fällt. Dagegen ist David Shrigley, der leuchtende Indie-Star aus der britischen Kunstszene, mit seinen bitterbösen Einfällen hierzulande ein noch eher unbeschriebenes Blatt. Das könnte sich nun ändern: Denn im Eichborn-Verlag ist soeben ein Buch erschienen, das einige der schönsten Arbeiten des Schotten in einer Best-of-Collection zeigt.

Wobei es weniger „schön“ als ganz schön eigensinnig in diesen Bildern zugeht: David Shrigley hat einen einmalig dunklen Humor, der unser Menschsein aus allen Himmeln holen und in ein völlig absurdes Licht tauchen kann. Seine Zeichnungen kreisen zumeist um Augenblicke, in denen nicht das „Gute, Wahre und Schöne“ den Ton angibt – sondern nur der menschliche Makel mal wieder. Man begegnet Figuren, die ungelenk und überheblich in ihrer Pose wirken, miese Laune haben oder auch blödsinnige Gedanken. 


Helden, wie wir? Ganz sicher. Denn wer kennt es nicht, dieses urkomische Bedürfnis, sich Katastrophen ganz klein zu reden, ob nun die eigenen oder die der anderen. Shrigley hält uns hier den Spiegel vor.

 

Was ihn dabei als Zeichenkünstler so besonders macht, ist diese seltsame Leichtigkeit, mit der er seine Linien auf Papier kritzelt, fast ein wenig gedankenverloren und absichtslos auch. Kein Wunder, dass seine Arbeiten so auch immer eine poetische Kraft entfalten – nicht zuletzt auch die fotografischen, von denen einige in dem Buch „Äh … was machst du da eigentlich“ zu entdecken sind. 

 

David Shrigley wurde 1968 geboren und lebt und arbeitet heute in Glasgow. Bekannt wurde er auch mit Videos, die er für Musikergrößen wie Blur und Bonnie Prince Billie animierte. Neben comic- und cartoonartigen Zeichnungen findet man Fotografien und Skulpturen, Animationen und Gemälde im Werk des Briten, der bereits auf Ausstellungen in New York, London, Paris, Melbourne und anderswo in der Welt zurückblicken kann.