Kerle & Küche

Der Olivenkuchen

Einen Urlaub macht man, um zu entspannen, um etwas Neues zu sehen, sich zu erholen und etwas zu erleben. Auch kulinarisch kann man da oft einiges erleben. So wie wir bei unserem letzten Urlaub auf Kreta.

Die Vermieter unseres Apartments wohnten direkt über uns. Sie vermieteten nicht nur tolle Zimmer mit tollem Blick aufs Meer, nein, sie hatten auch selbst Olivenbäume. Und weil wir uns neugierig nach diesen erkundigten, wurden wir den ganzen Urlaub mit  leckeren Oliven versorgt.


Über das kretische Olivenöl verriet uns übrigens unser Reiseführer, dass es das beste und gesündeste auf der Welt sei. (Ob das in jedem Reiseführer eines Landes steht, in dem Oliven angebaut werden, konnte ich noch nicht herausfinden.)


Weil leider jeder Urlaub aber einmal zu Ende geht, so auch dieser auf Kreta, und uns die Oliven so gut geschmeckt hatten, bekamen wir ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk von unseren Vermietern: Olivenöl, aus den eigenen Oliven gepresst. Und nicht nur so ein bisschen Öl, sondern gleich zwei 1,5 Liter Flaschen. (Am besten eignen sich da wohl Colaflaschen...)


Gut, dass wir kurz vor unserer Heimreise noch ein kretisches Kochbuch kauften, so dass die Unmengen an Öl auch wirklich Verwendung finden können. Denn eines muss man den Kretern lassen: Sie kochen gut, und sie kochen mit verdammt viel Olivenöl.


Zuhause angekommen, es war ein Sonntag, also ein Kuchenbacktag, studierten wir ein bisschen unser Kochbuch und wurden auf den Olivenölkuchen aufmerksam.


Olivenölkuchen? Kann das schmecken? Die Kreter wissen schon, was sie tun! Aber ein Olivenölkuchen? Na komm, wir machen den jetzt einfach, wir bekommen ja auch Besuch heute, dann wissen wir schon, was wir denen auftischen können...


Eines vorab: Während des Backens kamen uns ernsthaft Zweifel, und wir hofften, dass unser Besuch selbst noch Kekse oder so mitbringt. Denn einem Kuchenteig, der irgendwie eklig grünlich aussieht und total nach Olivenöl riecht (man könnte auch sagen: stinkt), dem glaubt man einfach nicht, dass er noch ein gutschmeckender Kuchen werden kann!


Aber einfach nicht verwirren lassen, auch niemals den Teig probieren, der schmeckt wirklich mehr als ungewöhnlich, lassen Sie sich einfach überraschen: Der Kuchen, der dabei herauskommt, schmeckt lecker und am Ende auch gar nicht nach Olivenöl.

Die Zutaten:

540g Mehl

170g Zucker

270ml Milch

2 Eier

1Tl Backpulver

Saft einer Orange und Orangenabrieb

1 Vanille

240ml Olivenöl (am besten griechisches, optional kretisches, sonst kann ich für nichts garantieren...)


Bei den Mengenangaben haben wir auch etwas gestaunt, allerdings sind das die Originalangaben aus dem kretischen Kochbuch.

 

Zubereitung:

Das Öl wird mit dem Zucker in einer Schüssel gut vermischt. (Wie schon erwähnt, NIEMALS sich von der Optik und /oder dem Geruch verunsichern lassen!) Sind Zucker und Öl gut vermischt, kommen nach und nach und bei ständigem Rühren die Eier, die Milch, die Vanille, der Orangensaft und Abrieb hinzu. Wenn das alles gut vermischt ist,  langsam und in kleinen Mengen das mit dem Backpulver vermischte Mehl dazugeben. 


Das Ganze kommt dann in eine Rührkuchenform, deren Boden mit Öl eingepinselt wurde, und wird dann über ca. 45 Minuten im ( gut vorgeheizten) Ofen gebacken. Nach dem Backen gerne mit Puderzucker überstreuen. 
Ob Ihr Besuch wohl glaubt, wie viel Olivenöl in dem Kuchen steckt?