War was?

:: Die Woche :: 02.01. - 08.01.2009

Dem Frieden so fern - Dem Gelde so nah - Den Sternen so nah - Der Tod ist niemals einsam

Krieg und kein Ende. Der Boden im Gaza-Streifen brennt, die Betroffenen finden keine Worte mehr ob der todbringenden Gewalt und dem unerträglichen Fanatismus der Akteure. Israel hat die denkbar schlechteste Alternative gewählt. Es bombt eine Region in die Steinzeit zurück und bringt eine Saat von engstirnigen, gewaltbereiten und gewalttätigen Fanatikern zum Wachsen, die ihre Nahrung allein aus dem Wüten des Staates Israels gewinnt. Aber: Kriege gibt es überall und nicht zu knapp. Weshalb also reagiert die Weltgemeinschaft hier so prompt bei einer Auseinandersetzung, die kein Ende zu kennen scheint? Sind es tatsächlich die Metzeleien an den Unschuldigen? Ist es das unverdiente Leiden der Kinder und der Alten, der Zukünftigen und der Vergangenen? Oder ist es vielmehr das Unvermögen der Jetzigen, einen Konflikt zu beenden, der in seiner Eskalation allen Erfahrungen der letzten 100 Jahre Hohn spricht?

 

Langsam wird es fertig, das zweite Konjunkturpaket. Nicht 40 Mrd. Euro, 50 Mrd. sollen es werden. Geld für Schulen, Straßen,für marode, dringend sanierungsbedürftige Bauten der Kommunen. Und Steuersenkungen- für die Verdiener mittlerer Einkommen und für den Mittelstand. Angie, wirf die Gelddruckmaschine an. So billig war das Geld noch nie. Hört man genauer auf die beschwörenden Formeln des Alles-wird-bestimmt-besser-aber wir-müssen-jetzt-den-Gürtel-enger-schnallen, ist auffällig, dass die Reaktionen auf die Ursachen der Rezession keinen mehr zu interessieren scheinen. Ist ja auch Schnee von gestern: das Versagen der Kontrollbehörden, der Regularien. In einem beispielhaften Reflex weigern sich die Eliten der Gesellschaft ihr Scheitern zu erkennen bzw. anzuerkennen. Und wie so oft scheint auch hier die Geschichte die für sie brauchbaren Aktricen und Akteure zu wählen. Wie sonst ist das stoische Aussitzen von Angela Merkel, das doppelgesichtige Diplomatieren von Frank-Walter Steinmeier, das karrieresichere Engagieren von Cem Özdemir zu verstehen?

 

Von dem vielen, was uns in der Ersten Welt an Nahrung, Waren und Luxus zur Verfügung steht, an die Armen und Ärmsten der Welt zu geben, ist löblich und, man möchte meinen, angemessen. Aber die Ereignisse der letzten 10 bis 20 Jahre haben alles verändert. Die Jagd nach Spendern, die unangemessen große Verwaltung der NGOs, die Konkurrenz der Entwicklungshilfen aus den USA, Europa, Japan und China - all das stellt die Sinnhaftigkeit der Spendenaufrufe, der Guten Tat in Frage. Im vergangenen Jahr haben die Sternsinger fast 40 Millionen Euro Spendengelder zusammengetragen. Das ist richtig viel Geld. Aber geht es da eigentlich noch ums Geld? So anschmiegsam und verständig wie die Politik sich in diesem Jahr in der kräftigen Publicity-Sonne der Sternsinger gewärmt hatte, geriet die gesamte Veranstaltung eher zu einem großen Händehalten-mit-dem-Herz-am-rechten-Fleck.

 

An einem anderen Ort auf dieser Welt werden zur Zeit auch Hände gehalten. Sie sind kühl, fast kalt, ganz schmal und sehr schwach. Bei über 1700 Menschen in Simbabwe mussten bisher die erkalteten Hände über der Brust gefaltet werden. Mehr als 34.000 Menschen sind bereits infiziert. Bis zu 60.000 Infizierte werden in nächster Zeit erwartet. Die abwartende Haltung der Anrainerstaaten ist ebenso wenig nachzuvollziehen wie die Zurückhaltung der UNO, der EU, Japans, Chinas, der USA ... . Sicherlich - in Palästina brennt die Erde - in Simbabwe ist es aber ebenso ein unaufhaltsames Morden und Sterben. Nur lautlos.