War was?

:: Die Woche :: 02.11. -08.11.2007

In Pakistan steht alles Kopf ... und in Georgien auch - Googles Traum von „open social“ - Und immer wieder Streik bei der Bahn - Die fünf „Weisen“ um Rürup haben nachgedacht - Mexiko im Wasser

Chaotische Zustände in Pakistan – oder was die Angst vor Machtverlust bewirkt: Erst lässt Staatschef Mussharraf Oppositionelle verhaften und ruft den Ausnahmezustand aus. Gegenspielerin Bhutto kündigt daraufhin eine Massendemonstration an. Dann mahnen Bush und Sarkozy den Präsident und Militärchef Musharraf, denn sobald wie möglich freie Wahlen zuzulassen und seine Uniform einzumotten. Die Rolle Benazir Bhuttos ist noch nicht ganz klar – wird sie nun „Vordenkerin der Demokratie“ oder wird sie ihre „Seele dem Militär und General verkaufen“?, Musharrafs Schachzug, die Verfassungsrichter auszuschalten, um seine Wiederwahl nicht zu gefährden, ist da durchsichtiger. Wenn er es da mal nicht übertreibt...


Den Bogen überspannt hat zweifellos auch der georgische Staatspräsident. Denn in Georgien herrscht Ausnahmezustand, Gewalt und Eskalation. Er galt einmal als Hoffnungsträger der Demokratie. Doch Saakaschwili wandelte sich vom einstigen Volksheld der Rosenrevolution von 2003 in einen immer autoritäreren Führer. Seine vielfältigen Versuche, sich ein Machtmonopol zu sichern, treibt nun die Massen auf die Straße. Von der Opposition scheint nur auch nicht viel Besseres zu erwarten sein. Was nun, Georgien?


Nachdem ihnen Erzrivale Microsoft gerade Facebook vor der Nase weggeschnappt hatte, will Google nun einen ganz großen Coup landen: „Open Social“ ist das neue Schlagwort, hinter dem einen neue Art von Super-Netzwerk entstehen soll. Denn Open Social ist quasi ein Verband an Mitgliedern von Community-Portalen (derzeit LinkedIn, hi5, Friendster, Plaxo, Ning – viele mehr sollen es werden), die sich dazu verpflichten, untereinander Daten auszutauschen. Der Vorteil für den Benutzer ist, dass er nur einmal seine Daten ändern muss und diese Änderung automatisch auf all seine anderen Accounts übertragen wird. Doch auch wenn „social“ draufsteht - das Motiv hinter dem flotten Datenaustausch ist sehr wohl Geld, das sich mit den persönlichen Daten der Nutzer in der Werbebranche verticken lässt. So viel Google und kein bisschen böse..?


Und wieder heißt es: Bahn frei für Streik. Doch jetzt geht’s wirklich um die Wurst. Weil nicht länger nur mehr Geld auf dem Spiel steht, sondern auch das Streikrecht. Der Lokführerstreik wird nun auf den Güterverkehr verlegt – ist das wirklich die letzte Chance? Das Recht dazu hat sich die Lokführer-Gewerkschaft GDL ganz frisch vor Gericht erkämpft. Das wird nun richtig teuer. Weswegen Mehdorn nach der helfenden Hand Merkels rief – doch die ließ ihn abblitzen.


Alle Jahre wieder. Die „fünf Weisen“ haben wie jedes Jahr ihre Köpfe zusammen gesteckt, ein dickes Buch verfasst und der Kanzlerin in die Hände gedrückt. Die Empfehlung steht im Titel des 600-Seiten-Werkes und lautet: „Das Erreichte nicht verspielen“ – Merkel quittiert es mit säuerlicher Miene. Angesichts der Pläne für eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes tadelt und warnt die Truppe um Rürup vor einer sozialeren Gangart der Koalition. SPD-Fraktionsvize Stiegler aber will wie viele von einer „Politik ohne Herz“ nichts wissen. Doch die Rolle der Mahner hatte der Sachverständigenrat schon immer für sich gepachtet. Und was sagt der Blick in die Glaskugel für 2008? Tendenz: „gedämpft optimistisch“. (1,9 % Wirtschaftswachstum und unter 3,5 Mio Arbeitslosen).


Schwere Überschwemmungen in Mexiko nach starken Unwettern, dann ein Erdrutsch, nun die Angst vor Seuchen und Krokodilen – die 800.000 Mexikaner, die obdachlos geworden sind, machen eine Menge durch. Das zusätzliche Problem ist: Die Hilfe lief nur sehr schleppend an. Weswegen sich die mexikanische Regierung nun Kritik gefallen lassen muss.