War was?

:: Die Woche :: 03.08. - 09.08.2007

Die Maul-und Klauenseuche aus dem Labor. Pakistan und der Ausnahmezustand. Wollen wir ein Zentralabitur? Mehr Hartz IV für eine vernünftige Ernährung? Neues Glück für Chrysler. Angler leben gefährlicher als Vielseitigkeitsreiter?

Wenn das Rindvieh „ausschuht“ - dann werden ungute Erinnerungen in Großbritannien wach: Bereits 2001 mussten 7 Millionen Tiere getötet werden. Die aktuelle Maul- und Klauenseuche in Grossbritannien scheint auch noch hausgemacht. Das Virus ist vermutlich ausgerechnet aus dem Labor eines Impfstoffherstellers ausgebüchst. Entwarnung gibt es dennoch bereits für die deutschen Kuhställe. Ausserdem kann der Verbraucher weiter beherzt in sein Rindfleisch beißen – denn das Virus ist zwar hochansteckend, aber für den Mensch ungefährlich. Und weil Gordon Brown sofort die Ausfuhr für Fleisch und Tierprodukte stoppte, ist auch die Seuchengefahr in der EU wohl gebannt.


In Pakistan ist die Sicherheitslage prekär. Wegen der gehäuften Anschläge und Selbstmordattenate von Extremisten steht Pakistans Präsident Pervez Musharraf mächtig unter Druck, und will dennoch mit aller Macht den Ausnahmezustand abwenden. Denn dann könnte die Unzufriedenheit der Menschen zwischen Karachi und Lahore so sehr anwachsen, dass Musharrafs Wiederwahl im Herbst gefährdet wäre.


Herr Oettinger und Frau Schavan ereifern sich, ob nicht die Zeit reif wäre für ein einheitliches Abitur in der gesamten Republik. Doch manche Bundesländer wollen lieber weiter ihr eigenes Süppchen kochen. Ist das doch schließlich auch der Geist des Föderalismus, für einen „Wettbewerb der besten Methoden“ zu sorgen. Ausserdem befürchtet man Ferienchaos statt Qualitätsgewinn. Oder steckt vielleicht etwas ganz anderes dahinter? Schon möglich, dass ein bayrischer „Schwerabiturient“ die Idee besser findet als ein norddeutscher „Leichtabiturient“.


Wer Hartz IV bekommt, sollte sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen – finden viele Politiker. Derzeit wird heiß eine Erhöhung der Bezüge diskutiert und die Frage, ob mit Hartz IV überhaupt so etwas wie ein gesunde Ernährung möglich ist. Auslöser sind die angestiegenen Preise für Lebensmittel – insbesondere bei Milchprodukten.


Daimler ohne Chrysler und neue Runde, neues Glück. Nach der Scheidung nennt sich Chrysler ab nun „New Chrysler“. Und der Mercedesstern wird wieder in den fünfzackigen Pentastar umgetauscht. Ein wenig „back-to-the-roots-feeling“ ist nicht zu bestreiten. Ob das aber die Probleme des amerikanischen Autobauers lösen kann, wird bezweifelt. Damit dennoch ein frischer Wind wehen wird, dafür soll der neue Chrysler-Chef Bob Nardelli sorgen.


Bedauernswerte tödliche Unfälle gab es im sogenannten Vielseitigkeitswettkampf. Zwei „Buschreiterinnen“ waren so unglücklich gestürzt, dass sie ums Leben kamen. Sofort war die Gefährlichkeit des Sports, der früher Militaryreiten hieß, wieder zur Debatte.geworden. Die Aufregung und erhitzte Diskussion ist ja verständlich. Aber ob man deshalb gleich die absurdesten Statistiken bemühen muss, um darauf hinweisen zu können, dass beim Angeln jährlich mehr Menschen sterben als beim Vielseitigkeitsreiten?