War was?

:: Die Woche :: 04.05. - 08.06.2007

Greenpeace, Grönemeyer und ein erstes Resultat. Nordkorea zündelt wieder. Der Sachsensumpf. Talfahrt an der deutschen Börse. Die “i-Phone“-Klone kommen. Durchbruch in der Stammzellforschung.

Langeweile kommt da nicht auf: Erst lieferten sich Greenpeace und die Gipfel-Polizei in ihren Schlauchbooten vor der Küste bei Heiligendamm eine filmreife Verfolgungsjagd, bei der eines der Greenpeace-Boote gerammt und drei Leute verletzt wurden. Dann sangen Grönemeyer, Bono und die Toten Hosen gegen die Armut. Und schließlich präsentierten die G8-ler stolz das erste Ergebnis ihrer schweißtreibenden Arbeit: Bis 2050 wollen sie den Ausstoß der Treibhausgase halbieren. Das ist ein etwas dürftiges Resultat – egal wie sehr Angela Merkel das nun als Erfolg zu verkaufen versucht. 


Sie können nicht die Finger davon lassen. Nordkorea hat wieder mehrere Testraketen gezündet. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen. Verärgert ist vor allem Japan, das Nordkorea als größte Bedrohung in der Nachbarschaft sieht. Die EU ist besorgt, es könne zu einer Destabilisierung der Region kommen.


In Leipzig stinkt es gewaltig. Ermittelt wird in Sachsen die ungesunde Verquickung von Polizei, Justiz und Politik mit organisierter Kriminalität. Es geht um Immobilienschiebereien, sprich: den Versuch, nach der Wende das schnelle Geld zu machen. Und fast alle haben mitgekungelt, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern. Scheinbar sind alle Skrupel über Bord gegangen, denn es ist tatsächlich von Korruption, sexueller Gewalt und Mord die Rede. Noch sind die Details nicht bekannt. Viele Leute, darunter einige Politiker, werden schon reichlich nervös ob dessen, was da alles ans Tageslicht kommen mag. Und Kanzleramtsminister Thomas de Maizière kommt für „rechtswidriges Schweigen“ unter Druck. .


Neulich stand der DAX noch kurz vor der 8.000-Punkte-Schwelle und alles hielt die Luft an, da man ein Platzen der Spekulationsblase erwartete. Dann ist es passiert: Die Börsenkurse kamen ins Rutschen. Ungebremst geht die Talfahrt voran. Und was erwartet uns weiter? Die einen warnen vor einem Crash. Die anderen sehen in der Kursentwicklung nur eine reinigende Korrektur.


Apples neuestes Super-Handy „iPhone“ ist so heiss, dass es eifrig nachgeahmt wird. Während die einen ganz unverblümt das Apple-Original fälschen, bringen andere wie HTC eine echte Konkurrenz zum begehrten Original auf den Mark. Das Pikante daran ist, dass Apples Erzrivale Microsoft hinter der Technik des HTC-Smartphones steckt. Und dann wird das Microsoft-Gerät auch noch lange vor dem iPhone in Europa in den Läden liegen. Doch die Konkurrenz schläft nicht und bastelt auch längst an den „iPhone-Killern“.


Möglicherweise gibt es in der Stammzelltherapie einen Durchbruch. Allerdings stehen viele „wenn's“ dem noch im Weg. Trotzdem: Wenn das eben erstmals gelungene Verfahren, normale Körperzellen in embryonale Stammzellen zurückzuverwandeln sich weiter bewährt und auf den Menschen übertragen werden kann, könnte irgendwann einmal auf Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen verzichtet werden. Damit wäre der Kampf um die ethisch umstrittene Embryonenforschung endlich beigelegt, weil überflüssig. Befürworter sehen darin die einzige Möglichkeit, Parkinson oder Querschnittslähmungen zu kurieren. Gegner lehnen es aus moralischen Gründen strikt ab, Embryonen dafür zu töten.


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* Künftig wird der Wochenrückblick „War was?“ immer freitags auf MissTilly erscheinen.