War was?

:: Die Woche :: 05.03. - 11.03.2007

Terrordrohungen an Deutschland und Österreich. Der gescheiterte Kosovo-Gipfel und keinen interessiert's. Hurra, wir retten die (Um)Welt. Haudrauf Erika Steinbach und die Polen. Naumann schult auf Bürgermeister um. Krippenstreit, Teil 3. Die reichsten Reichen der Welt. Klitschkos Sieg.

Von: Bärbel Kerber, Foto: photocase.com

vom 12.03.07

Zwei im Irak festgefaltene deutsche Geiseln flehen Angela Merkel in einem Video um Hilfe an. Ihre Entführer wollen sie umbringen, wenn nicht die deutschen Truppen aus Afghanistan abgezogen werden. Gleichzeitig droht jetzt eine Islamistengruppe in einem Video mit Anschlägen in Deutschland und Österreich – auch die fordern, es sollten die Soldaten aus Afghanistan binnen 10 Tage verschwinden. Wie akut die Bedrohung ist, wird von den Bundesregierungen in Deutschland und Österreich geprüft. Als wahrscheinlich gilt, dass die Entführer am Ende doch nur auf Lösegeld aus sind und dass die Drohgebährden nun nur massiver werden, weil die Entführungsaktion so wenig Beachtung fand.


Serben und Kosovo-Albaner können sich nicht einigen, wie es nun mit der Krisenregion Kosovo weiter geht. Da helfen auch die Vermittlungsbemühungen von Martti Ahtisaari von der UN nichts. Die Vereinten Nationen wollen endlich die Provinz aus ihrer eigenen Obhut entlassen. Dafür war eine eingeschränkte Selbständigkeit unter EU-Ausicht angestrebt. Doch Serbien will das Land nicht aus den Händen geben. Jetzt muß eben die UNO entscheiden. Aber hier will Russland mit einem Veto den Plan zur Selbständigkeit kippen.


Merkel ist neue Klimakönigin. Was vor Wochen von den EU-Umweltministern vorbereitet wurde, ist nun beschlossene Sache: Nämlich eine Verringerung des CO2-Ausstoßes in der EU um 20 Prozent bis 2020. Angela Merkel heftet sich als frischgebackene EU-Ratspräsidentin den Erfolg als „Durchbruch„ an die stolzgeschwellte Brust. Hat die EU denn nun wirklich ganze Arbeit geleistet oder ist es nur Augenwischerei? Die „neueste Sau“, die gleichzeitig durchs deutsche Dorf getrieben wird, ist das Tempolimit. Das hat uns Deutschen noch gefehlt, wenn es nach dem EU-Umweltkommissar Stavros Dimas geht. Derweil streiten Sigmar Gabriel und die CDU darum, ob der Atomreaktor Biblis nun abgestellt werden soll oder nicht. Eigentlich war der Atomausstieg beschlossene Sache, doch die aktuelle Klimadebatte bringt plötzlich die Befürworter von Atomenergie ganz weit nach vorne.


Erika Steinbach – die Präsidentin der deutschen Vertriebenen - hat mit wenig Fingerspitzengefühl zuerst die polnische Regierungsparteien mit Rechtsextremen verglichen. Während sich daraufhin die deutsche und die polnische Seite eifrig um Entspannung bemühen, schiebt Steinbach auch noch nach und nennt Polens Regierung „hochneurotisch“. Das hilft nicht wirklich im Dauerstreit mit den Polen. Vielleicht gibt ja noch jemand Frau Steinbach Nachhilfe in Diplomatie.


Mit Manfred Naumann will die SPD in Hamburg Land zurück gewinnen. Er war bereits Kulturstaatsminister, Journalist und Verleger. Nun soll er 2008 die Bürgermeisterwahl an der Alster gewinnen. So gänzlich überzeugt scheint er selbst noch nicht. Aber Schröder hilft ja mit. Und die Hamburger Genossen feiern ihn jetzt schon als „ein sozialdemokratisches Rundum-Glücklich-Paket“.


Die Krippenstreitereien halten an: Während CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen Rückendeckung aus prominenter SPD-Ecke bekommt, ruft ihre eigene Partei in bestem Beamtendeutsch erstmal laut nach einer „Bedarfsprüfung“. Die CDU glaubt nämlich nicht, dass es wirklich Nachfrage nach 750.000 neuen Krippenplätzen gibt. Die SPD reibt sich derweil die Hände: Ihr kommt es gerade recht, dass die CDU ihre eigene Ministerin im Regen stehen lässt.


Die alljährliche Liste der Milliardäre der Zeitschrift Forbes zeigt: Nichts Neues auf den Plätzen 1 und 2 – die Spitzenplätze belegen seit Jahren unangefochten Bill Gates und Warren Buffet. Aber dahinter, da ist ordentlich Bewegung reingekommen. Unter den Superreichen mischen ganz neu Russen, Inder und Chinesen mit. Na dann, willkommen im Club.


Wladimir Klitschko streckt seinen Gegner in 256 Sekunden nieder und wird damit wieder Weltmeister im Schwergewichts-Boxen. Das ärgerte nicht nur die Zuschauer, das langweilte auch Wladimir. Und so tönt er, er wolle sich jetzt Nikolai Walujew vorknöpfen, den „russischen Riesen“.