War was?

:: Die Woche :: 05.09. - 11.09.2008

Wandel allenthalben – Von links nach rechts mit Frank und Kurt – Drunter und drüber mit Nicolas und Dimitri – Marianne Buggenhaggen gewinnt – Polt, Mai Ling und Herr Vasiljevic

Die Klimaveränderungen haben den US-amerikanischen Wahlkampf endgültig erreicht. Nach Obama verspricht auch McCain den Wandel. Und alles sieht nach einem politischen Frühling mitten im Winter aus. Abzuwarten bleibt, ob angesichts des inflationären Gebrauchs des Wortes „Wandel“ (change) von diesem zum Schluss etwas übrig bleibt. Denn die Bandagen werden härter. Nachdem McCain versprach, er werde den US-amerikanischen Herakles geben und die Ställe von Washington bis auf die Grundfeste säubern, verkündete Sarah Palin, McCain mit Lippenstift und festem Biss zu unterstützen, quasi als weibliche Variante des deutschen Wadenbeißers. Rein zufällig nahm Obama auf einer zeitlich darauf folgenden Wahlveranstaltung auf beide Aussagen mit einem Sprichwort Bezug, das klarstellen sollte, dass Lippenstift allein noch keinen Wandel nach sich ziehen wird. Vielleicht war es aber auch nur ein geschickter, wahlpolitischer Schachzug von Palin, der Hundebesitzer als Wählergruppe aktivieren soll.


Schien die SPD vor ein paar Monaten endgültig im politischen Bermudadreieck zu verschwinden, gab es am Wochenende nach einer Meuterei, wie sie auch auf der Bounty nicht besser stattgefunden hatte, einen Kapitänswechsel. Frank ist jetzt der neue Kapitän, und Franz ist wieder Steuermann. Was sich nicht geändert hat: das Bermudadreieck. Das sollte auch der SPD zu denken geben. Vielleicht sollte Franz, der Steuermann, unter Deck und im Maschinenraum dem Schiffchen ein bisschen einheizen, während Frank, der Kapitän, das Steuer in die Hand nimmt – und mit ein bisschen Glück steht Gerhard, der neue, alte Kapitän dann hinter ihm und kennt den Kurs aus den Untiefen politischer Bedeutungslosigkeiten.

 

Sag noch einer, dass Nicolas ein Filou sei, der nur die Freuden des Alltags und seine Carla im Kopf hat. Nicolas rettet nämlich die Welt, im Moment in Georgien. Leider haben Weltenretter immer mal wieder ein Problem mit Spielverderbern und anderen eigensinnigen Leuten. Im Falle des geretteten Georgiens sind das nun die Russen – in Person von Dimitri Medwedjew. Hatte die EU unter dem Vorsitz von Sarkozy nach einer ersten, gescheiterten Mission Russland zum Einlenken im Georgien-Konflikt scheinbar zwingen können, so desavouierte Medwedjew nun sowohl Sarkozy als auch alle anderen Moskau-Gegner mit dem Austausch von Freundschaftsverträgen mit Abchasien und Südossetien. Somit behält Moskau nicht nur den Fuß in der Region, es stabilisiert auch seine politische, wirtschaftliche und militärische Einflußnahme dort auf lange Sicht.

Marianne Buggenhaggen gewinnt ihre 46. internationale Medaille und ihr neuntes olympisches Gold. Mit 55 Jahren. Das verdient mehr als nur Respekt.

Und ganz zum Schluss: Herr Vasiljevic will Asiatinnen nach Serbien holen. Hunderttausende. Die sind fleißig, sauber, arbeitsam und helfen, den Knick nach unten in der Demografie des Landes wieder nach oben zu biegen. Dementiert  wurde das auch schon – vom Minister des Arbeitsministeriums, in dem Vasiljevic Staatssekretär ist. Vasiljevic hat ein anderes Arbeitsressort als das der Demografie des Landes wurde vermerkt. Na, vielleicht hat er einfach nur zu viel Gerhard Polt gesehen.