War was?

:: Die Woche :: 07.03. - 13.03.2008

Metzger und Ypsilanti – Spanien und die Wahlen – Islamkonferenz und Religionsunterricht – Tibet und die protestierenden Mönche – Gendoping und die Ohnmacht

Die SPD kommt nicht zur Ruhe. Andrea Ypsilanti wollte so gerne Landesmutter in Hessen werden. Doch die Stimmen waren zu knapp, da schielte sie verdammt weit nach links. Und das ging vielen gehörig zu weit. Eine davon: Dagmar Metzger. Für die hessische Landtagsabgeordnete war es eine Gewissensfrage, nicht für Ypsilanti stimmen zu wollen, wenn diese es sich in Wiesbaden mit den Stimmen der Linkspartei bequem macht. Der Druck, der daraufhin auf Metzger aus den eigenen Reihen ausgeübt wurde, ihr Mandat niederzulegen, kommt schon einem „ Anschlag auf den demokratischen Rechtsstaat“ gleich. Dagmar Metzer ist standhaft – Hut ab! Ypsilanti gibt auf. Der Schaden für die SPD bleibt.

 

Zapatero bleibt Ministerpräsident in Spanien. Die Sonne scheint für die spanischen Sozialisten weitere vier Jahre. Zuvor gab es ein blutiges Attentat. Ein ungewöhnlicher Aufruf an die spanische Bevölkerung durch die Tochter des getöteten Sozialisten Carrasco folgte, jetzt erst recht zu wählen. Vielleicht hat das ja ein wenig geholfen. Und Zapatero ist modern - hat die Frauenquote, Blitzscheidungen und die Homo-Ehe eingeführt und rief damit die Kirche auf den Plan, die verzweifelt versuchte, ihre Gläubigen für die Konservativen zu mobiliseren. Hat nichts genutzt.

 

Die dritte Islamkonferenz kann sich dieses Mal vor Medienpräsenz kaum retten – weil als herausragendes Ergebnis das Ziel gefeiert wird, an deutschen Schulen islamischen Religionsunterricht einführen zu wollen. Wieso aber ist das spektakulär? Die Idee ist nämlich schon ziemlich alt und steht in Artikel 7 unseres Grundgesetzes. Neu ist, mit welchem Schachzug Innenminister Schäuble diese verbindet – nämlich mit der Forderung an die muslimischen Verbände, sich für die Durchführung erstmal demokratisieren und nach außen transparent machen zu müssen. Und davon sind diese noch weit entfernt. Wenn sie das nicht hinbekommen, soll es nur eine „Islamkunde“ an deutschen Schulen geben, in dem die Schüler nur den Glauben kennenlernen, und somit keinen „Bekenntnisunterricht“, in dem die Kinder zum Glauben hingeführt werden. Ein clevere Taktik, mit der „Dompteur“ Schäuble vielleicht tatsächlich Zug in die streitende Runde bringt. Trotzdem sind alle Beschlüsse vorerst nur Absichtserklärungen. Aber mehr darf man auch nicht erwarten.

 

Tibetische Mönche demonstrieren weltweit für die Unabhängigkeit ihres Landes, die Freilassung von in China Inhaftierten und Menschenrechte. Das tun die Tibeter jedes Jahr zum Jahrestag des Aufstands gegen die chinesische Herrschaft von 1959 . Dieses Jahr aber sind die Proteste massiver und die Reaktionen Chinas härter. Weil dieses Jahr in China die Olympischen Spiele sattfinden, wollen die Tibeter die Chance wahrnehmen, die ganze Welt auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Aber China will genau das mit allen Mitteln verhindern – und sperrt sogar den Mount Everest.

 

Gendoping ist das neue Reizwort der Sportbranche. Dazu wurde jetzt dem Bundestag ein ausführlicher Bericht vorgestellt. Das Urteil: „hohes Missbrauchspotenzial“. Was das ist? Eine gezielte Manipulation von körpereigenen Genstrukturen durch Pillen und Mittelchen. Warum das so problematisch ist? Keiner weiß, ob und in welche Weise es schon angewendet wird. Ebenso ahnungslos ist man, wie es künftig nachgewiesen werden kann. Nur eines ist wohl sicher: es ist gefährlich, weil die Risiken überhaupt nicht abschätzbar. Oder wie der Doping-Experte Patrick Diel dazu sagt: „Man wird eines Tages durch Todesfälle darauf aufmerksam“. Denn „beim Doping gilt: Was möglich ist, wird angewandt.“