War was?

:: Die Woche :: 08.05. - 14.06.2007

Irrsinn in Gaza und Westbank. Verteidigungsminister Jung im Tiefflug. Die EU-Verfassung und die Polen. „Mecker-Beck“ und der Neoliberalismus. Kirch und die Deutsche Bank. Zwei Hattricks im Tennis.

Die Palästinenser bekriegen sich nun gegenseitig. Der Streit schwelte schon lange zwischen gemäßigter Fatah und radikal-islamischer Hamas – nun ist es blanker Hass geworden, der sich in einem Bruderkrieg Bahn schlägt. Tote bei Kämpfen auf beiden Seiten, die Hamas hat die Kontrolle übernommen. Aus mit der palästinensischen Einheitsregierung. Sie hatten einen Traum von einem palästinensischen Staat. Jetzt herrscht Notstand.


In Heiligendamm wird aufgeräumt. Und immer noch wird rumgestritten. Weil Verteidigungsminister Franz Josef Jung mit Tornados die Camps der Gipfelgegner hat ausspähen lassen, wie nachträglich rauskam. Der Einsatz von Aufklärungsflugzeugen der Bundeswehr ist unsensibel und politisch unklug – und für manche gar komplett „gaga“. Warum es nicht einfache Polizeihubschrauber haben sein können, erschließt sich nicht.


Polen lenkt vielleicht ein, und die geplante Reform der EU-Verfassung könnte doch noch auf den Weg kommen. Unsere Bundeskanzlerin freut das besonders, denn an diesem Projekt hängt ihr Herz ganz besonders. Schließlich könnte es Angela Merkel – so kurz vor dem Ende als deutschen EU-Ratspräsidentin – noch glänzende Abschluss-Noten bescheren. Aber vorher wird noch ein wenig gezankt, nach welchen Regeln in einem neuen EU-Vertrag die Länder abstimmen sollen – sprich: wieviel Gewicht haben die großen Länder, wieviel die kleineren und mittleren.


Die große Koalition keilt sich wieder. Zuerst bezeichnet Kurt Beck die CDU als „Hort des Neoliberalismus“ ohne Erdung, also ohne Bezug zu den Menschen. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla keift zurück und nennt den SPD-Häuptling „Mecker-Beck“. Dazu kommt das zähe Ringen um den Mindestlohn und die Pflegeversicherung, die einer dringenden Reform bedarf. Für viele ist der Fall in Wahrheit ein klares Zeichen für ein wahlpolitisches Taktieren der beiden großen Parteien und dafür, dass manche gezielt einen Bruch der Koalition provozieren wollen. Jetzt basteln aber alle erstmal eifrig an einer Schadensbegrenzung.


Leo Kirch zitiert erneut die Deutsche Bank vor Gericht. KirchMedia musste 2002 Insolvenz anmelden und Kirch sagt, die Deutsche Bank sei Schuld daran. Weil der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer zu jener Zeit im Fernsehen verlauten ließ, dass es finanziell nicht gut um das Medienunternehmen bestellt sei. Diese Rufschädigung habe laut für Kirch dafür gesorgt, dass sein Firmenimperium nur wenige Wochen nach der Äußerung pleite ging. Das Landgericht München muss entscheiden, ob er wirklich Recht auf Schadensersatz von der Deutschen Bank hat. 1,2 Mrd Euro hätte Kirch gerne auf seinem Konto.


Im Tennis sind die Serien-Siege plötzlich an der Tagesordung. Die Belgierin Justine Henin gewinnt zum dritten Mal in Folge die French Open in Paris. Und einen Tag später macht es ihr an gleicher Stelle der Spanier Rafael Nadal nach. Verlierer Roger Federer starrte betrübt auf den roten Sand. Aber der hat ja schon genügend Pokale zu Hause im Schrank.