War was?

:: Die Woche :: 10.08. - 16.08.2007

Mafiöses in Duisburg. Neue Dimensionen in Afghanistan - gezielter Anschlag auf deutsche Polizisten. Die Finanzmärkte und die Angst vor dem Schock. Die DDR und der Schießbefehl. Karriereende für den „Edeljoker“ Scholl.

Die italienische Mafia verlegt ihre Fehde nach Duisburg – und die Deutschen reiben sich entsetzt die Augen. Nein, das war kein Kino, die sechs toten Italiener waren echt. Die Morde kamen einer Hinrichtung gleich. Warum die kalabrischen Clans ihre Racheaktion in Deutschland ausführten, darüber wird noch gemutmaßt. Entweder es ist den hiesigen Mafiosi ein Fehler passiert oder die Aktion wurde aus Italien gesteuert. Neu ist jedenfalls nicht nur, dass eine Vendetta auf fremdem Boden ausgetragen wird, sondern auch die Brutalität. Nun müssen erstmal alle italienischen Wirte bei uns mit dem Makel leben: „Wo es Pizza gibt, da ist auch Mafia.“


Die Hiobsbotschaften aus Afghanistan wollen nicht enden. Nun sind drei deutsche Polizisten, die den deutschen Botschafters in Kabul schützen sollten, gezielt ermordet worden. Dass damit erneut die Diskussion um Sinn, Nutzen und Gefahren deutscher Einsätze in Afghanistan aufflammt, ist wohl exakt das dahintersteckende Kalkül der von den Taliban begangenen Anschläge. Ihr Ziel ist, mit wenigen Mittel große Wirkung zu erzielen – und „tote Deutsche versprechen besonders große Wirkung“, weil die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen den Afghanistan-Einsatz ist und zudem über diesen im Herbst neu im Bundestag entschieden werden muss.


Und es geht ab. Die Krise der Weltfinanzmärkte pflanzt sich nicht nur fort, sondern verstärkt sich. Bei so großer Unsicherheit ist den Anlegern Geld in der Tasche lieber als Aktien im Depot. Und so geht auch der DAX in die Knie. Die Angst wächst, die Kreditkrise könne sich auf die Weltwirtschaft auswirken. Weil, wenn alle Cash wollen, es überall zu Liquiditätsengpässen kommt und so auch noch die Wirtschaft mit auf Talfahrt gehe könnte.


„Die Lizenz zum Töten“ kann jetzt jeder einsehen: Was alle schon lange wussten, ist nun in einem Schriftdokument gefunden worden und nicht nur das Entsetzen darüber rollt die gesamte DDR-Geschichte wieder auf. Der Schiessbefehl an der deutsch-deutschen Grenze ist nun erstmals schwarz auf weiß zu sehen und lesen. Wobei das Dokument offensichtlich bereits 1997 vorlag. Und das ist nicht minder ein Skandal. Die Aufarbeitung ist noch nicht zu Ende. Zuerst muss wohl auch mal geklärt werden, ob wir die Birthler-Behörde noch in ihrer Form brauchen oder die DDR-Akten nicht besser im Bundesarchiv aufgehoben sind.


Kult-Kicker Mehmet Scholl sagt Servus zum FC Bayern und zum Fussball. Er gab sein Abschiedsspiel gegen den FC Barcelona. Und was macht er nun? Kegeln etwa? Oder strebt er nun doch noch seinen Traumberuf an? „Spielerfrau“ würde er nämlich am liebsten sein, sagte er einmal.