War was?

:: Die Woche :: 11.01. - 17.01.2008

Nokia, Bochum und viel Ärger – Kämpfen in Afghanistan –Mehdorns Rache - Die Herdprämie im Sprachmülleimer – Apples neueste Wunderwaffe– Klinsi zieht sich Lederhosen an

Nokia macht sein Bochumer Werk dicht, schickt damit 2.300 Leute auf die Strasse und hinterlässt viel Unmut: Zu teuer sei der deutsche Standort, lautet die Begründung des finnischen Handyherstellers und Weltmarktführers (38 Prozent der international verkauften Handys sind von Nokia) und bringt damit nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Bürger und Politiker gegen sich auf. Denn Nokia hatte 88 Millionen Euro Fördermittel kassiert – und will nun so einfach von dannen ziehen. NRW-Ministerpräsident Rüttgers ruft den Finnen seine neueste Wortschöpfung hinterher: „Subventionsheuschrecke“. Ein Ex-Minister schimpft über den „Steinzeitkapitalismus.“ Struck will Geld zurück. Manche wollen verhandeln.  Andere setzen nun auf einen Boykott und tauschen ihr Nokia-Handy gegen ein anderes.


Die Bundeswehr wird einen Kampfverband in den Norden Afghanistans schicken, weil die norwegischen Soldaten – die dort bisher die Schnelle Eingreiftruppe stellten – in den Süden verlegt werden. Und schon ist erneut die Diskussion im Gange über Bundeswehreinsätze und deren Grenzen. Opposition und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan zweifeln an, dass so ein Einsatz durch das aktuelle Bundestagsmandat gedeckt wird. Die Experten streiten noch, ob das, was die deutschen Soldaten dort zu tun haben, nun eine neue Dimension erreicht oder ob sie nur „einen Tick mehr Material“ einsetzen.


Monatelang wurde gestreikt, das Schienennetz lahmgelegt, die Geduld der Bahnkunden geprüft. Bis es endlich eine Einigung zwischen Lokführer und der Bahn gab – 11 Prozent mehr Lohn und einen eigenständiger Tarifvertrag. Im Gegenzug droht Bahn-Chef Mehdorn jetzt mit Stellenabbau und teureren Bahntickets. Wie originell ist eine solche Retourkutsche? Dafür erntet er nun Schelte und Rücktrittsforderungen.


Ab damit – keiner will die „Herdprämie“. Der Meinung sind die Sprachforscher vom Institut für deutsche Sprache, die nun die „Herdprämie“ zum Unwort des vergangenen Jahres gekürt haben. Zu schade eigentlich, findet Heike Göbel von der FAZ, denn kein Wort bringt es besser auf den Punkt, worum es wirklich geht beim „Betreuungsgeld“ (so der politisch korrekte Titel für Eltern, die sich zu Hause um ihren Nachwuchs kümmern): nämlich weniger um „echte Wahlfreiheit“ als vielmehr um eine Belohnung fürs Elternsein. Trotzdem wird landauf, landab gestritten: Ist die Bezeichnung Herdprämie nun eine Verunglimpfung des Lebensentwurfs „Vollzeitmutter und Hausfrau“? Oder eine Herabwürdigung, weil hier die anspruchsvolle Aufgaben der Kindererziehung aufs Kochen am Herd reduziert wird? Vielleicht aber ist das Wort schlicht und einfach nur eine lustige Polemik, die nicht die Menschen beleidigt, die das Geld bekommen, sondern die Politik kritisiert, die dahinter steckt. Denn wie sagt Wolfgang Stenke vom Deutschlandfunk: „Hamses nicht 'ne Nummer kleiner?“


Ist das die Zukunft? Apple sorgt schon wieder für leuchtende Augen bei den Gadget-Freaks und stellt das „dünnste Notebook der Welt“ vor – wobei sich Apple mit dieser Behauptung mächtig aus dem Fenster lehnt. Ein Foto von Steve Jobs mit dem Objekt der Begierde geht durch alle Medien. Gleichzeitig soll der Weg zur ApplesDownload-Videothek geebnet werden. Und Experten prüfen derweil das Gerät auf Herz und Nieren und Schwachstellen.


Die alles in Schatten stellende Schlagzeile der letzten Woche aber kam aus Bayerns „FC Hollywood“: Klinsi packt den Koffer im sonnigen Kalifornien und zieht mit der Familie ins Weißwurst-Land: Der Ex-Nationaltrainer soll künftig den Bayern-Jungs Beine machen. Eines scheint schon klar: Wenn Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer mit Klinsmann regelmäßig zusammen treffen, ist für reichlich Stimmung gesorgt. Das ist wie ein Sprung ins Haifischbecken.