War was?

:: Die Woche :: 12.02. - 18.02.2007

Die CDU mag ihr neues Frauenbild nicht. Vaterschaftstests und die Debatte um die Rechte der Männer. Schöne Worte beim Afrika-Frankreich-Gipfel. Ein Lebenszeichen der im Irak entführten Deutschen. DaimlerChrysler will die Scheidung. Mit dem Frühling kehrt die Vogelgrippe zurück.

Von: Bärbel Kerber, Foto: photocase.de

vom 19.02.07

Die CDU weiß nicht so recht, wie modern sie eigentlich sein will und Ursula von der Leyen steckt Prügel von der eigenen Partei ein. Denn die Familienministerin fordert bis 2013 zusätzliche 500.000. Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren. Außerdem propagiert sie das Familiensplitting für unverheiratete Paare. Warum nicht alle begeistert Beifall klatschen? Aus den eigenen CDU-Reihen unterstellt man ihr, Familie und Ehe seien ihr nichts mehr wert. Manche sehen in einer Verbesserung der Kinderbetreuung sogar eine Diskriminierung der Hausfrau. Und schon sind wir wieder inmitten des alten Streits zwischen Rabenmüttern und Superhausfrauen. Am meisten freut sich an dem hausinternen Familienkrach die SPD.

 

Heimlich durchgeführten Vaterschaftstests erteilt das Bundesverfassungsgericht eine klare Abfuhr. Auch wenn noch so offensichtlich ist, dass der Mann nicht der Vater ist – wie im Fall des zu 90 Prozent zeugungsunfähigen Frank S. – darf ein solcher Gentest nicht als Beweismittel benützt werden, wenn er ohne Wissen der Mutter durchgeführt wurde. Warum? Weil man das Recht des Kindes auf informationelle Selbstbestimmung auf dem Spiel sieht. Und weil man nicht den Familienfrieden auf Kosten des Kindes gefährden will. Doch so eindeutig ist nicht, was nun mehr die Familienbande zerstört: Die andauernden Zweifel des Vaters oder ein Vaterschaftstest. Jedenfalls fordert  Justizministerin Zypries sogar eine Strafe für heimliche Tests. Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach wettert „ohne uns“. Die Rechte der Männer werden bei dem Ganzen vernachlässigt. So sehen das auch die Gerichte. Und fordern deshalb rasch eine neue Regelung.

 

An der Côte d’Azur findet die Konferenz der guten Absichten statt: Afrika und sein vielen Krisen sind die Themen. Vertreter von 48 afrikanischen Ländern treffen sich in Frankreich unter der Ägide Chiracs, um ihren Willen zu bekunden, mehr Verständnis für einander aufzubringen und Konflikte beizulegen. Auch Merkel darf ans Mikrofon und verspricht, dass die Europäer Verantwortung übernehmen wollen. Aber am Ende bleibt es bei Absichtserklärungen.

 

Zwei Deutsche im Irak sind verschleppt worden und die neuesten Opfer der irakischen „Entführungsindustrie“ . Nun gibt es ein erstes Lebenszeichen. Noch ist unklar, ob es sich um die politische Tat einer terroristischen Vereinigung oder einen rein kriminellen Akt handelt, bei dem nur Geld erpresst werden soll. So oder so: das Leben der beiden ist ernsthaft in Gefahr.

 

Die dicken großen Autos, die Chrysler baut, sind wenig zukunftsträchtig und gehen zu sehr an den Wünschen der Kunden vorbei. Zu schwer wird nun dem DaimlerChrysler-Konzern der Ballast der amerikanischen Autobauer, die letztes Jahr einen Verlust von 1,1 Mrd einfuhren. Erst war noch von harter Sanierung und Streichung von 13.000 Stellen die Rede. Jetzt will Daimler sogar Chrysler loswerden. Kein leichter Fall für Konzernchef Dieter Zetsche. Er und viele Mitarbeiter müssen jetzt ausbaden, was Jürgen Schrempp einrührte, als dieser 1998 von Synergieeffekten und Mehrwert der großen Auto-Ehe träumte. Der Illusion, dass sich durch Elefanten-Hochzeiten Geld sparen lässt, sind schon viele erlegen – und gescheitert

 

Das erinnert stark an vergangenes Jahr. Die Medien melden: Die Vogelgrippe ist wieder da. In England, Ungarn, Ägypten, Indonesien und vor allem in Russland gibt es mehrere Fälle. Deswegen gilt auch vorsichtshalber für Federvieh wieder Stallpflicht in Deutschland. Doch bislang bleiben wir hier davon verschont.  Bitte keine Hysterie.