War was?

:: Die Woche :: 13.06. - 19.06.2008

Grün ist die Farbe der Hoffnung - Blaues Saragossa - Mugabe rüstet zum Bürgerkrieg - Die SPD auf der Suche - Die Wade hat gehalten-

Das Ergebnis der Abstimmung der Iren zum EU-Reformvertrag hätte aus Sicht der EU an keinem anderen Tag bekanntgegeben werden können. Die Iren wollen also nicht mitmachen. Jedenfalls nicht die breite Bevölkerung, die großzügigerweise darüber abstimmen durfte. Die allgemeine Rhetorik danach schwankte zwischen Enttäuschung und Anerkennung des demokratischen Souveräns, begleitet von der lauter werdenden Nachfrage nach der Lösung diesen Dilemmas. Denn die Vorzeige-Europäer aus Irland verhielten sich auf einmal vollkommen irrational, jedenfalls aus Sicht der politischen Eliten in den anderen, europäischen Ländern. Und nachdem die Wogen geglättet waren, die die Einheit der EU zu überspülen drohten, versuchen sich die Macher an der Behebung des entstandenen Schadens. Aber Obacht: Die Kollateralschäden kündigen sich schon an. Denn nichts weniger als das Beugen der Entscheidung eines Volksentscheids wird hier versucht. Und auch wenn dieser Prozess dem Pragmatismus des vernunftgetriebenen Entscheidens entspringt: Der Versuch, das Referendum des irischen Volkes anpassungsfähig zu machen, wäre ein demaskierender Kontrapunkt zu den Zielen des EU-Reformplanes.

 

Die Weltausstellung in diesem Jahr in Saragossa ist dem Wasser gewidmet. So unspektakulär und ausgeglichen wie die Eröffnung zumindest hier in Deutschland wahrnehmbar war, ließe sich vermuten, dass die Erde und die sie umschließende Umwelt beim Thema Wasser alles in trockenen Tüchern hat. Halten wir also fest: Wasser ist der Grundstock des Lebens, alle wissen das. Wasser ist eine auf diesem Planeten begrenzt verfügbare Ressource. Auch das wissen alle. Der Wasserverbrauch muss gesenkt werden. Wissen wir. Na, dann ist ja gut, dass wir darüber geredet haben.

 

Wird Afrika in Flammen stehen? Wenn in Simbabwe ein angekündigter Bürgerkrieg beginnt? Oder ist Simbabwe nur wieder ein afrikanischer Staat mit einem alten, diktatorischen Mann an der Macht. Ein Staat, wie es in der jüngeren Geschichte Afrikas genügend gegeben hatte - arm, ohne Hoffnung. Ein Gefäß für eine Gesellschaft, die nur eines gemeinsam zu haben scheint: zur gleichen Zeit am selben Ort zu sein. Nachdem Morgan Tsvangirai bei einer Wahlkampfveranstaltung verhaftet wurde und einige Tage später Robert Mugabe in einer Rede vor seinen Anhängern bekräftigte, dass all die Vaterlandsverräter wären, die ihn nicht wählen würden, war das ein Indiz mehr für einen möglichen Bürgerkrieg. Die Reaktion des angrenzenden Südafrika bzw. der Weltpolitik waren bisher unangemessen oder verhalten. Es scheint weniger das Schicksal der Betroffenen zu sein, das die Entscheider bewegen könnte, mit einer Stimme und aller möglichen Konsequenz dem drohenden Brandherd Einhalt zu gebieten. Die Partikularinteressen der Südafrikaner, der Chinesen und der USA lassen diesen Konflikt unnötig anschwellen. Hoffen wir, dass die Folgen des Bürgerkrieges keinen Flächenbrand nach sich ziehen.

 

Zur Zeiten der DDR gab es einen Schlager, der in einer Art musikalischer und textueller Wiedergeburt nach 1989 aus der Naivität und Belanglosigkeit des Originals heraustrat. Jetzt, fast zwanzig Jahre später, macht sich die SPD auf den Weg, genauso wie die besungene Ivetta in einer Art politischem Bermudadreieck zu verschwinden. Dabei ist es an dieser Stelle vollkommen egal, was die Koordinaten dieses Dreiecks sind (mag der geneigte Leser sich Ereignisse, Persönlichkeiten oder Orte, die als Etikett "SPD" trugen, in beliebigen Dreierkonstellationen vorstellen - sie ergeben immer das gleiche Bild). Die SPD schwindet, bis sie verschwunden ist. Da verkündet Frau Nahles, dass ihr Kanzler-Kandidat Kurt Beck wäre, und Herr Steinmeier orgelt durch das durchgerüttelte China auf seiner ganz uneigennützigen, vom Steuerzahler mit 20 Millionenen Euro gegenfinanzierten "Auch-ich-bin-ein-zukünftiger-Kanzler" Wahlkampftournee und der eher präsidial denn kanzlerisch, äh kämpferisch wirkende Sigmar Gabriel gibt den "Bundestrainer" der SPD (erst besprechen wir alles in der Mannschaft=SPD, dann suchen wir die Wahrheit auf dem Platz=Wahlkampf).

 

Apropos. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Aber kein Spiel hat bisher 90 Minuten gedauert. Und trotzdem hat die Wade (von Poldi) gehalten (was nur?). Aber nach dem Spiel ist ja vor dem Spiel. (Wieso die deutsche Mannschaft gegen die der Portugiesen gewonnen hatte? Ganz klar. Das lag am Rasen. Denn dieses Mal MUSSTEN die deutschen Fußballer auch Fußball spielen. Hätten sie Gras gefressen, in alter deutscher Tugend, dann hätten sie sich noch die Grundlage für ihr Spiel entzogen.)

Ach, übrigens. Hat einer eigentlich schon den Joachim "Jogi" Löw gefragt, ob die deutsche Mannschaft ins Finale kommt? Nein? Dann aber los jetzt. Bei ihm heißt es schließlich: Ein Mann, ein Wort