War was?

:: Die Woche :: 13.07. - 19.07.2007

Kein Bild, kein Ton von der Tour de France. Pannen im Atomkraftwerk und Vattenfalls Krise. Rauswurf der Diplomaten. Stoibers Abgang. Geldregen im Finanzministerium. Stirbt Harry Potter?

Es war keine Bildstörung, als auf ARD und ZDF die Tour de France-Übertragung ausfiel. Die öfentlich-rechtlichen Fernsehsender drehten den Saft ab, als ein neuer Dopingfall bekannt wurde. Da wollten sie nicht mehr mitmachen. Ob das nun eine unnötige Überreaktion war, Heuchelei oder richtig, das entscheiden die Zuschauer per Fernbedienung – indem sie nun das Gerät auslassen können oder zu Sat1 und Co. abwandern, die ungerührt weiterübertragen.


Erst Brunsbüttel und Krümmel, dann nochmal Brunsbüttel: Pannen über Pannen gibt es in deutschen Atomkraftwerken und damit die bange Frage nach der Sicherheit derselben. Nun zog man beim Betreiberunternehmen Vattenfall – das wegen Informationspannen in heftiger Kritik stand - Konsequenzen. Erst wurden der AKW-Chef von Brunsbüttel, Bruno Thomauske, sowie sein Kommunikationschef gefeuert. Es wurde nicht rechtzeitig und umfassend genug informiert. Nun musste auch Vattenfall-Europe-Chef Klaus Rauscher gehen. Angela Merkel hat Angst um den Ruf der Atompolitik, die ihr doch sehr am Herzen liegt. Die SPD will den Ausstieg aus der Kernenergie.


Es herrscht Eiszeit zwischen London und Moskau. Es geht mal wieder um den spektakulären Mordfall des Ex-Geheimdienstagenten Alexander Litwinenko und dessen Aufklärung. Erst schickt Grossbritannien russische Diplomaten auf und davon. Weil Moskau den russischen Geschäftsmann Andrej Lugowoi nicht ausliefern will, der vermutlich der Täter ist. In London, wo Litwinenko starb, traut man den russischen Gerichten nicht.Nun hat Russland die Nase voll und weist im Gegenzug die vier britischen Botschafter aus ihrem Land aus. Trotzdem: Der Kreml wiegelt ab und spielt die Krise runter. Wie immer geht es um mehr in einem Verhältnis zweier Nationen, das ohnehin als belastet gilt.


Edmund Stoiber geht und feiert nochmal ungeniert sich selbst und seine Erfolge. Seine letzte Regierungserklärung war gekommen. Sein wahrscheinlicher Nachfolger Günther Beckstein scharrt schon mit den Hufen. Die „schöne Landrätin Pauli“ ist für Huber und Seehofer wohl nicht ernst zu nehmende Konkurrenz um die Nachfolge um den Parteivorsitz. Und wie verabschiedet sich ein echter Bayer? Mit „starken“ Worten aus der Bayern-Hymne: "In diesem Sinne kann ich nur sagen: Gott mit Dir, du Land der Bayern! Die CSU ist stark, und ich wünsche mir, dass es dabei bleibt.“


Peer Steinbrück strahlt. Denn prall gefüllt sind bald die Kassen des deutschen Staatshaushalts. Im Jahre 2011 rechnet er mit einem satten Überschuss. Die gute Konjunktur und die Mehrwertsteuer sind verantwortlich für den unverhofften Geldsegen.


Gerade kam der fünfte Harry-Potter-Film nach Deutschland und bescherte lange Warteschlangen an den Kinokassen. Schon steht die nächste Aufregung vor der Tür: Denn der siebte und vermutlich letzte Band von Harry Potter kommt nun auf den Buchmarkt und alles zittert um die alles entscheidende Frage: Stirbt Harry Potter? Im Zeitalter des Internets kann man schon mal vorab reinschauen, was sich Autorin J.K. Rowling für das Ende ausgedacht hat – doch wie echt und wahrheitsgetreu sind die Online-Raubkopien, die sich als Spielverderber erster Güte outen? Jedenfalls rüsten sich bereits Hotlines für „aufgewühlte Fans“.