War was?

:: Die Woche :: 14.05. - 20.05.2007

Schock bei der Bundeswehr. Nach langem Gezerre geht der Weltbank-Chef. Demonstrantenfreie Sperrzone um den G-8-Gipfelort und Putin höhnt. Machtkampf in Rumänien. Daimler trennt sich von Chrysler. Stuttgart im Freudentaumel.

Drei deutsche Soldaten wurden in Afghanistan bei einem Selbstmordanschlag getötet. Angela Merkel verurteilte dies aufs Schärfste als „perfiden Mord“. Nun beginnt das Nachdenken darüber, ob das „nation-building“ wie die westlichen Länder es in Afghanistan betreiben, denn tatsächlich sinnvoll und erwünscht ist. Oder ob es keine Alternative dazu gibt – ungeachtet der Opfer auf beiden Seiten. Demokratische Befriedung war und ist das Ziel. Doch anstatt dass Ruhe nach Afghanistan einkehrt, beobachtet man eine „Irakisierung“ des Landes - soll heißen: Chaos.


Und wie immer geht es ums Geld. Paul Wolfowitz, Präsident der Weltbank, schob seiner Lebensgefährtin ein höheres Gehalt zu und muss deshalb nun gehen. Viele wollten ihn ohnehin loswerden und nahmen die Affäre als dankbare Gelegenheit, Wolfowitz den letzten Stoß versetzen. Die Schlammschlacht um seine Person hat auch was Gutes: Es wird endlich öffentlich diskutiert, welche Rolle die Weltbank künftig haben soll. In der Vergangenheit gab es eine Menge von Vorwürfen an die Weltbank: In den Entwicklungsländern wurden Weltbank-Gelder veruntreut, manche Zahlungen hatten ökologisch katastrophale Wirkungen. Die Frage, was dann Entwicklungshilfe noch wirklich bringt, führte auch zu einer Anti-Korruptionspolitik der Bank, deren Präsident nun selbst über Günstlingswirtschaft stolpert – welche Ironie..


Der G-8-Gipfel steht in Deutschland neuerdings für den Versuch, Proteste zu unterdrücken und Demonstrationen zu untersagen. Merkel und Co. wollen in Heiligendamm friedliche Harmonie und die Rostocker Polizei erließ eine 200-Meter-Bannmeile entlang des Sicherheitszauns und auf dem Flughafen. Ob das was nützt oder nicht erst recht die Globalisierungsgegner auf den Plan ruft, wird sich noch zeigen. Jetzt dürfen erstmal die Gerichte prüfen, ob die Einschränkungen rechtlich zulässig sind. Und Merkel musste sich anhören, dass sie es mit dem Recht auf Demonstrationsfreiheit ja wohl auch nicht so genau nehme, als sie Putin scharf ins Gewissen redete, weil dieser Kasparow und Co. die Teilnahme an einer Demo in Samara verweigerte. Da heisst es erstmal 1:1.


Der rumänische Präsident Basescu kann im Amt bleiben. Er musste sich einer Volksabstimmung stellen, nachdem er sich Vorwürfen ausgesetzt sah, er habe mehrfach gegen die Verfassung gehandelt. Es ist das vorläufige Ende eines Streits zwischen dem liberalen Regierungschef, Popescu Tariceanu und dem Staatsoberhaupt Basescu, der mehrfach versuchte, die Regierung und das Parlament stärker zu kontrollieren und seine eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Andererseits steht Basescu dafür, der Korruption im Land an die Wurzeln zu gehen. Das Volk hatte die nicht einfache Wahl zwischen „Pest und Cholera“.


Die Trennung war längst angekündigt. Jetzt ist es endgültig so weit: Daimler verkauft Chrysler und zwar an den Finanzinvestor Ceberus und versenkt dabei eine Menge Geld. Die Not muss wohl groß gewesen sein, da eine „Heuschrecke“ und nicht einer aus der Branche den Zuschlag bekommen hat. Vorstandschef Dieter Zetsche sagt, er habe jetzt handeln müssen, weil die Gefahr einer feindlichen Übernahme über dem Autokonzern schwebte. Nun, trotzdem bleiben natürlich erst mal eine Reihe von Fragen offen.


Olé, olé, VfB. Die Schwaben sind in größter Feierlaune - ihr „Fau-eff-bee“ ist deutscher Fussballmeister. Zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte. Am Abend gab es den „Wahnsinn in Rot-Weiß“ im Fantrubel am Stuttgarter Schloßplatz. Und wie werden Meister gemacht? „Zum Frühstück gibt’s Wecka mit Gsälz, zum Veschper a Leberkäswecka, zom Mittag a ordentlicha Portion Kässpätzle oder leckere Maultascha und obends ein Zwiebelroschtbrata und dazu fünf bis sechs Woiza.“ Die Schalker sind die tragischen Helden auf dem undankbaren zweiten Platz – und lecken derweil ihre Wunden.