War was?

:: Die Woche :: 14.12. - 20.12.2007

Erzengel Gabriel wieder in Deutschland - Die Türkei schiesst scharf - Die Bank gewinnt immer: Sachsen gibt Landesbürgschaft - Wird die Pin AG an den Nagel gehängt? - Südafrika hat gewählt - Die Frauen sind einfach super

Als am Sonntag um 21.45 Uhr die Mattscheibe zu flimmern begann (in der Wohnung des Verfassers dieses Wochenrückblickes) und Anne Will das Thema bekannt gab, drohte der Abend zu kippen. Atomkraftwerke abschalten - versuchen Sie das mal leise vor sich hin zu sagen (unbeobachtet natürlich) - na: kommt Ihnen auch ganz unwillkürlich "Ja, na klar, aber ..." über die Lippen. Und dieses Gezoffe der Lobbyisten der Atomkraftwerke und der Gegner der Atomenergie. Aber hoppla. Doch kurz vorm Umschalten kommt der Herr Gabriel - oder war das quasi der "Erzengel" Gabriel? Gleichsam als Verkünder der Wahrheit jetzt und heute und auch in Zukunft? Das hatt' uns' Schröder dazumal nicht besser gekonnt. Das muss man gesehen haben! Doch was im Kopfe hängen blieb ausser der Chuzpe des Herrn Gabriel war die schlichte Frage von Frau Hiltrud Hensen: "Wenn es nicht um die Menschen geht in diesem Land und in anderen Ländern, worum geht's dann eigentlich? Nur um Geschäft und nur um Mandate?" Auf diese Frage hatte tatsächlich keiner der Anwesenden eine Antwort.

 

Eine Antwort anderer Art hatte die Türkei, und zwar auf die Gewaltakte der paramilitärischen Gruppen der kurdischen Minderheit. Dass die ausgesuchten Ziele sich nicht auf dem Hoheitsgebiet der Türkei befanden, war ein missliches Detail, das aber in Absprache mit dem Bündnispartner USA aus der sonst geordneten Welt der türkischen Militärs eliminiert werden konnte. Dass die Souveränität der gerade im Entstehen begriffenen irakischen Demokratie verletzt wurde ... . Nun, ausser den Irak hat das niemanden wirklich gestört. Wie würden sich die Iraker freuen, wenn sie die Türkei zur Mäßigung ermahnen dürften, wenn diese versuchen sollten, mit der kurdischen Bevölkerung in Deutschland auf ähnliche Art und Weise fertig zu werden.

 

Als der Autor dieser Zeilen vor einiger Zeit notierte, die Sachsen LB wäre "für ein Handgeld" an die LBBW gegangen, da hatte er das "faites vos jeux."(Bitte das Spiel zu machen.) ob seiner mangelhaften Kenntnisse des Französischen mit dem "rien ne va plus"("Nichts geht mehr.) verwechselt. Wie sich in den letzten Wochen herausstellte, war die Provinzposse (kleine Landesbank mit grossem Geldhunger kauft Zuckerwatte-Fonds) um eine kleine aber umso delikatere Fortsetzung bereichert worden: Die Bürger dürfen zahlen. Um die Verbindlichkeiten aus den zu erwartenden Verlusten auszugleichen, bürgt das Land mit 2,75 Mrd €. Denn die Bank verliert nie.

 

Nachdem der Springerverlag als Hauptanteilseigner der Pin Group auf den Tisch gehauen, geschmollt, gezetert, gedroht und sich auch sonst ziemlich daneben benommen hatte, droht der Aktiengesellschaft jetzt das Aus auf Raten. Dabei ist die Berufung von Herrn Piepenburg im ersten Moment eher der Versuch, einen Grossteil der vakanten 9000 Arbeitsplätze zu erhalten. Aber es rascheln schon die Papiere der Statistiken, die den Mindestlöhnen den Garaus der Wirtschaft bescheinigen. Und die erläutern, dass der Wettbewerb gerade in der Branche der Briefzusteller durch Steuererlasse bzw. erlassene Zahlungen von Sozialbeiträgen für die Post AG extrem verzerrt wird. Was sagte nochmal Frau Hensen?

 

Südafrika, Vorzeigestaat Afrikas, Austragungsland der Fussballweltmeisterschaften 2010, steht vor den grössten, politischen Erdbeben seit der Abschaffung der Apartheid. Die Kampfkanditatur um die Präsidentschaft des ANC von Jacob Zumas gegen Thabo Mbeki auf dem letztwöchigen Kongress war in der Art von Erfolg gekrönt, dass Mbeki wohl die politische Basis zur Verhinderung von Neuwahlen fehlen dürfte. Dies wäre keine Notiz wert, stünden nicht solche schier erdrückenden innerstaatlichen Probleme in Südafrika zur Debatte: Armut weiter Teile der Bevölkerung, AIDS, eskalierende Gewaltkriminalität. Diese Probleme führen zu innenpolitischer Instabilität, die wiederum jeglichen Einfluss Südafrikas auf politische Brandherde, wie zum Beispiel in Zimbabwe, auf null reduzieren.

 

Was wäre der Sport ohne Frauen? Einfach kein Sport mehr.

Dann hätten wir nur sprachgewandte Manager aus dem kickenden Gewerbe, verschnupfte Trainer und an nix Schuld seiende Ausdauerwundersportsmänner.

So sind die Frauen der Handballnationalmannschaft nach einem dramatischen Spiel gegen Rumänien Bronzemedaillengewinner bei der Weltmeisterschaft geworden. Und wir können nur sagen: Habt ihr super gemacht.