War was?

:: Die Woche :: 15.01. - 21.01.2010

Toyboys – Soldatinnen – Männliche Zugewinngemeinschaft - Geld oder Schönheit

Sie hatte einen "Toyboy", sie hat Grenzen überschritten, Ämter missbraucht, unverantwortlich gehandelt. Ganz Nordirland ist in Aufruhr um die Affäre der First Lady. Der Regierungschef nimmt sich deshalb eine Auszeit, sie sucht unterdessen Hilfe in der Psychiatrie. Und beide füttern damit die dankbaren Abnehmer der Boulevardmedien. Diese bemühen sofort Vergleiche mit Madonna, Moore und Co., wollen gar einen „neuen Trend“ erkennen der reiferen wohlhabenden Frauen, die sich einen jugendlichen Lover halten. Oder wie es Focus formuliert: „...ältere, liebestolle Frauen, die sich wenig um Konventionen scheren“. Was ist denn hier los? Nun, es herrscht Empörung, Aufregung. Und vor allem Bigotterie. Bleibt nur noch zu klären, was die Affäre der "Mrs. Robinson" mit Gleichberechtigung zu tun hat? Auch da kann geholfen werden: "Was man bislang hauptsächlich von Männern gewohnt war, tun jetzt auch die Frauen: das Ausnutzen von Machtpositionen für Freundschaftsdienste."

 
Auch das ist Chancengleichheit: Seit 10 Jahren nun gibt es Soldatinnen in der Bundeswehr. 9 Prozent sind es mittlerweile. Vorreiterin war seinerzeit die Elektronikerin Tanja Kreil, die uns dieses Recht erstritten hat. Als Vorkämpferin für die Gleichberechtigung sieht sie sich deshalb nicht - nur als eine, die das bekommen wollte, was ihr zusteht. Egal, wofür sie sich nun einsetzte: Noch 1975 war nicht mehr als freiwilliger Sanitäts- oder Musikdienst den Frauen möglich, heute ist der Dienst an der Waffe allen erlaubt, die es wünschen. Und wenn auch körperlich meist unterlegen, sagt man Frauen größere Handfertigkeit oder ausdauernde Konzentration nach als Männern. Trotzdem gibt es bislang nur zwei Frauen, die es in den Generalsrang der Bundeswehr schafften.

Davon, dass immer mehr Frauen die Brötchen verdienen, haben wir vergangene Woche schon gehört. Jetzt wird aus den USA berichtet, dass das keine Einzelfälle sind, sondern die Männer mittlerweile von den Frauen in Sachen Bildung und Einkommensentwicklung sogar überholt wurden. Zumindest in der Altersgruppe der 30-44-jährigen. Was die US-Forscher daraus schließen, ist nicht minder interessant: Männer profitieren heute mehr von Frauen und sind Nutznießer einer neuen Verteilung der Geschlechterrollen - einer Zugewinngemeinschaft der anderen Art. Somit hätten Nordamerikas Männer heutzutage von einer Ehe mehr als früher. Ökonomisch gesehen, natürlich. Und so können in den USA mehr Männer denn je sagen: „Meine Frau zahlt“.


Fast alle Frauen hadern mit ihrem Äußeren - zumindest sagt uns das "Laura". Geld oder Schönheit? 30.000 Euro oder einen perfekten Körper? Jede vierte Frau nähme lieber das makellose Äußere. Und kaum eine mag ihren Körper so, wie er ist. Meinungsforscher haben 1013 Frauen und Männern im Alter zwischen 18 und 55 Jahren für die Frauenzeitschrift "Laura" befragt. Und bei Männern, so das – ebenso wenig überraschende Ergebnis - ist die Unzufriedenheit mit dem Spiegelbild geringer. Das klingt nach Binsenweisheiten? Und bestätigt nur, was wir ahnten? Traurig ist das Streben nach dem perfekten Körper vor allem, weil wir wissen, wie verkehrt das ist.