War was?

:: Die Woche :: 15.02. - 21.02.2008 - war aber die Woche vom 08.02. - 14.02.2008

Erdogan in Köln - Clinton und Obama im Endspurt - Streik im Öffentlichen Dienst - IKB in Geldnöten - Und jetzt ist Meyer weg

Als Ministerpräsident Erdogan in der Kölner Arena seine Rede auf Türkisch zu seinen in Deutschland lebenden Landsleuten hielt, kamen sich die anwesenden, deutschen Medien wie Berichterstatter einer türkischen Wahlveranstaltung vor. Türkische Schulen, türkische Universitäten - alles in Deutschland und alles ohne schlechtes Gewissen, von wegen ungenügend integrierter Migranten türkischer Abstammung. Und außerdem: Assimilation ist ein Verbrechen. Das wissen wir spätestens seit TNG. Naja. Scherz beiseite. Denn leider hat uns Herr Erdogan eine lang vermiedene Debatte über unsere Vorstellung und unseren Umgang mit Integration von Ausländern - unbeabsichtigt - aufgezwungen. Und siehe: Einige hielten es angeraten, jetzt endlich die Lederhosen stramm zu ziehen und die Rede von Erdogan als Beginn der Gründung der Klein-Türkei in Deutschland zu entlarven.

And the winner is - Clinton oder Obama. Unentschieden - wie schon lange nicht mehr- gehen die Vorwahlen der Demokraten ihrem Ende entgegen. Merkwürdig ist, dass diesem Duell jede Spannung abhanden kommt. Schließlich ist es vollkommen egal - die Demokraten stellen ganz bestimmt den nächsten Präsidenten. Und ob Clinton oder Obama: Programmatisch unterscheiden sich die beiden KandidatInnen kaum. Die Biografien sind verschieden, o.k. Und die Geschlechter. Auch die Hautfarbe. Aber die Politik, die sie versprechen, ist gleich. Konzepte oder Personen. Wer oder was also macht Geschichte?

Nachdem uns die Eisenbahner schon in den Streikschock versetzt hatten, drohen nun die Angestellten im Öffentlichen Dienst mit der unverschämten Forderung, ihre Gehälter der jährlichen Inflation anzupassen. Dabei sollen die Leute doch erstmal das Geld ausgeben, das sie wie im dicken Sparstrumpf auf ihren Konten horten, um der Inlandsnachfrage nach Konsumgütern auf die Beine zu helfen. Dass Minister Schäuble von vollkommen überzogenen Forderungen spricht, ist verständlich und legitim. Schließlich ist Herr Schäuble Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite. Schade nur, dass auch bei diesen Verhandlungen nicht zu erkennen ist, dass beide Seiten einer Medaille angehören.

Das nennt man doch gelungen: An ihrer wahrscheinlich letzten Haarsträhne wird die IKB aus der Insolvenz gezogen. Zwar ringen die Zahlenden noch um die Verteilung der Lasten - aber es scheinen sich alle einig zu sein: Fällt die IKB, hätte das nicht absehbare Folgen. Und nachdem nun schon das dritte Rettungspaket geschnürt wird, sollte es dies auch gewesen sein. Denn nachdem die SachsenLB und die WestLB unseren Notgroschen grosszügig angenommen hatten, kündigt sich bei der BayernLB ebensolches Ungemach für den Steuerzahler an. Zwar ist der Gewinn der BayernLB beeindruckend. Aber beruhigen kann nur noch die Nachricht, dass alle Beteiligungen im Zusammenhang mit der Immobilienkrise endgültig aufgelöst sind.

Das ging dann doch schneller als erwartet: Hans Meyer, der Trainer, für den Ironie und Fussball keine Gegensätze darstellten, ist weg. Da bedeutet auch: Meyer gibt keine Pressekonferenzen mehr. Das ist schlecht. Für uns, für den Fussball und für Deutschland. Denn: "Meyer ist kein Name, sondern ein Sammelbegriff" .