War was?

:: Die Woche :: 15.02. - 21.02.2008

Der Kosovo ist ein Staat - Pakistan hatte die Wahl - Steuerhinterzieher sind nicht allein - Maximo Ende

Der Kosovo ist ein Staat, jedenfalls nach eigener und recht eigenwilliger Proklamation. Fast alle fanden und finden das gut und anerkennen die Kosovaren ob ihrer Chuzpe.
Aber in den Zeiten der Globalisierung der Kulturen, Kriege und Märkte mutet die Gründung eines zusätzlichen Nationalstaates inklusive der nationalistischen Posen der nunmehr benachbarten Serben wie eine Groteske an. Die nahm ihren Anfang in den blutigen, unnötigen, menschenverachtenden und menschenvernichtenden Auseinandersetzungen beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens und findet in der Gründung eines souvärenen Staates der Kosovo-Alberner eine Fortsetzung, ohne ein Ende absehbar zu machen.

Dafür hatte Pakistan die Wahl - und alle gingen hin. Trotz aller Kniffe der einen Seite, trotz aller Unzulänglichkeiten auf der anderen Seite kam es zu einer Wahl und zu einem mehr als deutlichem Ergebnis. Beobachter sind sich zwar einig: eine Wahl ist nicht gleich eine Demokratie. Aber angesichts der eruptiven Gewalt zum Ende letzten Jahres ist der friedliche Ausgang dieser Wahl fast schon ein geglückter Demokratieversuch.

Als am Donnerstag letzter Woche die Welle der Steuerhinterziehungsbrandmeldungen durch alle Medien gingen, hielt sich der Verfasser des letzten Wochenrückblicks vornehm zurück. Denn das war abgemachte Sache - es konnte nur noch besser werden. Und nachdem sich die erste Atemlosigkeit ob der Ungeheuerlichkeiten, die da verlautbart wurden, gelegt hatte, sprang eine Rechtfertigungs- und Einzeltäterargumentation an, wie sie zuletzt musterhaft bei den Dopingvorwürfen gegen die Profiradfahrer zu hören war: Nicht nur wäre die Gesellschaft in Deutschland eine Gesellschaft, in der das eine oder/und andere Auge gern zugedrückt werden würde. Nein, auch die in Verdacht Gekommenen sind eher so was wie schwarze Schafe und die gäb es bekanntlich überall und deshalb kann man hier nicht von systematischem Doping, äh Steuerhinterziehung sprechen. Und wenn diese Argumente nicht zielführend wären, dann probieren wir dieses Argument einmal. Schade nur, dass bei all den schönen Scharmützeln die Möglichkeit einer wirklichen Steuerreform oder gar nach einem Grundeinkommen aus dem Fokus der Diskussion gerät.

Von einer Ära zu sprechen, verbietet sich eigentlich. Denn der Maximo Leader wird immer fortleben. Ähnlich Lenin, Stalin et al.. Und gestorben ist er auch nicht. Weshalb gibt der Mann eigentlich seinen Posten ab? Ein Freund meinerseits kommentierte erleichtert, daß Fidel Castro für den Präsidentschaftswahlkampf in den USA wohl zu spät kommen würde. Was also hat er vor? Tatsächlich nur den Lebensabend geniessen? Quasi als Revolutionsopa auf dem Korbstuhl im Garten sitzend mit dem Notebook auf den Knien und als cyberisierter Soldat der Ideen die Revolution Kubas auf den Seiten der Granma zu einem guten Ende führen?