War was?

:: Die Woche :: 15.08. - 21.08.2008

Datenklau am Telefon – Pakistan entledigt sich Musharrafs – Georgien auf dem langen Weg zum Frieden - Olympia-Reiter auf der Flucht – Lehren aus dem Conti-Fall

Dass die schlimmsten Datensammler möglicherweise eher in der Privatwirtschaft sitzen als in den staatlichen Behörden, wird vielen plötzlich gewahr. Der bislang größte Datenraub wurde bekannt, als ein als Call-Center getarntes Unternehmen den großen Reibach beim Verkauf seiner Adressdatenbank – Personendaten inklusive Bankverbindungen - machen wollte. Nun wird Datenschutz mit neuer Perspektive diskutiert. Künast fordert, den Datenschutz als Grundrecht in die Verfassung aufzunehmen, Seehofer ein neues Datenschutzgesetz. Nicht nur bis dahin wird zur wichtigen Präventivmaßnahme, sehr hellhörig zu werden, wenn einem per Telefon oder Email die Bankdaten abgefragt werden.


Sie wollten ihren Präsident loshaben, das war ihnen gelungen - doch jetzt weiß die pakistanische Regierung erstmal nicht, wie sie weiter machen will. Die großen Koalitionsparteien PPP und PML-N können sich auf keinen Nachfolger einigen. Beispielsweise zählt Asif Ali Zardari auf ein Comeback als wahren Retter der Demokratie“. Die Hoffnung war groß, Musharrafs Rücktritt werde nun endlich die politische Lähmung der Atommacht Pakistan beenden. Im Moment sieht es mehr nach Chaos und Gewalt aus.


Eigentlich sollten sie längst weg sein. Doch die russischen Truppen lassen sich Zeit und üben einen „Salami“-Abzug aus Georgien. Was den UN mindestens so sehr missfällt wie der NATO und der EU. Einen Appell gab's von Merkel und harte Töne von Rice. Trotzdem: Eine neue Eiszeit will niemand riskieren. Also, wie nun Druck ausüben ohne in die Ecke zu stellen? Russland weiß sehr um seine Sonderrolle - und zündelt so unverhohlen, wie es stichelt.


Fast wäre die Olympiade ohne größere Doping-Skandale zu Ende gegangen. Entsetzt ist nun vor allem der Deutsche Tierschutzbund. Denn die Gedopten sind dieses Mal die Pferde, darunter das des Deutschen Christian Ahlmann. Der suchte gleich das Weite bzw. den Flughafen. Die Enttäuschung ist eine Doppelte – denn es ist das erste Mal seit 1928, dass die deutschen Springreiter ohne Medaille nach Hause fahren. Hier wie dort galt häufig: Deutschland führt in der Rolle des ewigen Vierten – zumindest „gefühlt“, doch wenigstens im Medaillenspiegel liegen wir derzeit auf dem 6.Platz.


Die Übernahmeschlacht um Continental ist zu Ende, Frau Schaeffler am Ziel und Conti-Chef Manfred Wennemer räumt das Feld. Jetzt heisst es erstmal: Wer wird der Neue? Eine „friedliche“ Einigung war es, so wird betont. Dennoch eine mit „Gschmäckle“. Denn laut wird nun der Ruf nach neuen Regeln, mit denen künftig verhindert werden kann, dass Meldegrenzen wie im Conti-Fall mit „Anschleichtaktiken“ geschickt umgangen werden.