War was?

:: Die Woche :: 16.01. - 22.01.2009

Märchenfrosch FDP - Vorreiter Hessen - Hoffnungsträger Obama - Gnadenlose Bilanzen

Die jüngste Geschichte der FDP liest sich wie die Kurzfassung vom Froschkönig. Der ist im Falle der FDP natürlich gelb und nicht grün: Aber ansonsten gibt es treffliche Übereinstimmungen. Da wäre also zuerst die FDP - die Erwartungen sind hoch, aber so recht will keiner mit ihr. Sie mäkelt allerwärts rum, hat immer eine große Klappe, will überall dabei sein und empfindet das auch noch als selbstverständliche Bürgerpflicht. Die CDU nun, in Gestalt von Angela Merkel, mimt die Prinzessin, die, zugegeben, weniger wählerisch als ihr Pendant im Märchen daherkommt, aber nichtsdestotrotz die FDP (Frosch) mit einem kräftigen Plauz (gegen die Bundesratswände) zum Prinzgemahl in der künftigen Koalition machen soll. Denn nicht anders stellt sich das Balzen und Ziehen, das Schmeicheln und Sticheln der beiden bürgerlichen Parteien in der Öffentlichkeit dar. Und ob Konjunkturpaket II, III, IV usw. - egal, wie es heißt, was da vor den Wahlen auf den Weg gebracht werden soll: Es ist nicht mehr als die Begleitmusik zum so genannten Superwahljahr 2009.

 

Dass die nächste Koalition von CDU und FDP abgemachte Sache sein wird, ist kaum noch zu verhindern. Die hessische Landtagswahl hat uns gezeigt, wohin der Bürgerwille hoppelt. Nämlich zunehmend nach Hause (die Wahlbeteiligung ist stetig am Sinken), weg von der SPD ("Die Profillose mit Profilneurose"), weg von der CDU ("Die Aussitzerin"), hin zur FDP ("Die Immergleiche"), zu den Grünen ("Die Zukünftigen") und zur Linken. ("Die Gestrigen"). Und obwohl der Wähler ein um das andere Mal eine andere Partei wählt, bekommt er den Eindruck, dass sich diese polit.-programmatisch immer mehr angleichen - Parteiengeklüngel und Lobbyismus sei Dank. Gleich ist allen Volksvertretern auch die Apathie und Sprachlosigkeit angesichts der momentanen Ereignisse. Während Multimillionäre wie Zumwinkel versuchen, sich ihr Geld steuerfrei ins Trockene zu schaffen, bangt Otto Normalbürger um sein Hab und Gut. Da bleibt uns also nur noch: Aussitzen- gepaart mit der Immergleichen (FDP) - und jeder weitere Kommentar im Halse stecken.

 

Mit Barack Obama ist klar geworden, die Lösungen können so einfach sein: Miteinander, nicht gegeneinander, fair und verantwortungsvoll, mit dem Blick für die Sorgen des Anderen. All die Jahre, in denen außerparlamentarische Opposition und Bürgerbewegung, Wissenschaft und Forschung ihre Ideen und Gedanken vorgetragen, demonstriert bzw. dargelegt hatten, all die Jahre hat sich eine Unmenge an Möglichkeiten angesammelt, die nunmehr abgeschöpft werden können. Als Obama seine Rede nach seiner Vereidigung als 44. Präsident der USA hielt, schien neben der Begeisterung für die Ideale seines Landes auch die Gewissheit mitzuschwingen, dass die Vielen gemeinsam die kommenden Herausforderungen besser meistern können, als die wenigen zuvor. Aber möglicherweise ist auch dies nur eine der vielen Erwartungen, die Barack Obama zuteil werden, der bei nüchterner Betrachtung auch nur ein neues, gut geöltes Rad (immerhin ein Schwungrad) im globalen Geschäft der gesellschaftlichen Eliten darstellt.

 

Krieg in Gaza. Über 1300 Tote. Mehr als 5300 Verletzte, mehr als 90 Prozent der Opfer sind zivile Opfer. Circa 1500 Fabriken und 4100 Häuser zerstört. Mehr als
400 000 Menschen sind obdachlos.

 

Cholera in Simbabwe. Über 2000 Tote. Fast 40 000 Infizierte. Die Inflation liegt bei 231 Millionen Prozent.