War was?

:: Die Woche :: 18.01. - 24.01.2008

Erschütterungen an der Börse - Ausbruch aus Gaza – Seitenhiebe von Clement – Davos zwischen Krise und Facebook - Was tun mit Nokia? - Die Handballer machen es spannend

Die Nerven aller Aktienanleger waren stark strapaziert. So eine Talfahrt gab es schon lange nicht mehr an den Börsen. Die Gründe? Rezessionsängste und Riesenverluste bei amerikanischen Banken haben das Vertrauen der Anleger auf den Nullpunkt gebracht. Die Analysten sprechen von irrationaler Panikreaktion. Die US-Notenbank hat die Zinsen schnell gesenkt – doch das half nur kurz. Der Dax dümpelt noch schwer auf und ab. Die Politiker versuchen es mit warmen Worten. Und nun? Zu Ruhe bewahren, raten die Experten – und denjenigen, die Nerven haben: jetzt kaufen


„Die“ Mauer" im Nahen Osten fiel – besser gesagt, die Hamas „bombte den Weg nach Ägypten frei“. Die humanitäre Situation im Gazastreifen war seit der vollständigen Abriegelung durch Israel so besorgniserregend geworden, dass die Palästinenser die Absperrungen zur ägyptischen Grenze niederrissen, um in Freiheit zu gelangen. Ägypten ließ sie gewähren und Nahrungsmittel und Kleidung einkaufen. Jetzt wird das“größte Gefängnis der Weltwieder dicht gemacht. Doch 1,5 Millionen Menschen lassen sich nicht auf Dauer einsperren. Israel wird vor Augen geführt, dass ein Blockade alles schlimmer macht und die Hamas unnötig stärkt.


Heftig debattiert wird derzeit der Ausschluß des „Lobbyisten“ Clement aus der SPD. Der aber schert sich einen Teufel darum und tritt sogar nochmal nach. Ziel seiner Angriffe sind Parteikollegin Ypsilanti, die bei den anstehenden Hessen-Wahlen eigentlich gute Aussichten hat. Erst kritisierte Clement deren Energiepolitik, dann machte er gar deutlich „er würde sie nicht wählen“. Dass Clement dafür ordentlich Beifall von der politischen Konkurrenz bekommt, verwundert wenig.


Nokia vor der Werksschließung in Bochum und die Frage, was kann man von der Wirtschaft heute erwarten: Zählt nur noch die Rendite? Oder haben Unternehmen auch eine soziale Verantwortung? Es hagelte bundesweit Proteste. Der Imageschaden ist beträchtlich. Doch nun kam die zerknirschte Enstchuldigung. Der Chef verspricht jetzt Lösungen, die „nicht eiskalt wirken“ und „alle zufriedenstellt“ und meint damit Jobs in Rumänien. Womit ein neues Wort die Runde macht: "Karawanenkapitalismus".


Davos war fern jeglicher Partylaune und ganz im Zeichen der Krise – denn alles schielt nur richtig Börse und das drohende Szenario eines Wirtschaftsabschwungs. Und verdrängt den einstmals „strahlenden Alleswisserblick der Masters of the Universe“. Da helfen selbst die neuen Stars der Generation Facebook nicht. Ohnehin ist das Treffen der globalen Elite zu einem Medienspektakel verkommen. Und wird inzwischen empfunden wie eine Bambi-Gala.


Ufff, das wär erstmal geschafft. Sie wollten kämpfen – unsere Handballer-Jungs. Und das haben sie. Doch zunächst waren die Franzosen in einem Handball-Krimi zu gut. Dann zitterten sie sich gegen Schweden ins EM-Halbfinale. Die Presse jubelt von "Wiedergeburt des Weltmeisterteams".