War was?

:: Die Woche :: 18.12. - 24.12.2006

Da ist er nun: der Online-Lauschangriff auf PCs und Rechner. Götterdämmerung in Bayern. Der Iran pfeift auf die UN. Die Discovery gibt Gas. Von Schneemangel und Klimawandel.

Von: Bärbel Kerber, Foto: photocase.com

vom 25.12.06

Nun ist es quasi durch: Der Staat soll heimlich auf private Rechner zugreifen dürfen - alles im Namen der Sicherheit natürlich...: Zur Abwehr terroristischer Gefahren will sich Väterchen Staat nun unbemerkt in privaten Emails, Chatrooms und Internettelefonaten umschauen. NRW prescht vor und Schäuble legt nach. Jetzt wird aber erst mal ordentlich geklagt. Bis das Verfassungsgericht geklärt hat, ob wir es wirklich mit einem „Quantensprung“ oder vielmehr einem „Hausfriedensbruch“ zu tun haben.


In München mag man die Unruhestifterin Gabriele Pauli aus Fürth gar nicht. Stänkert die CSU-Ländrätin schon immer gerne gegen Stoiber, sorgt sie jetzt in der Spitzelaffäre für so viel Wirbel, dass sein Büroleiter seinen Hut nehmen musste. Und nun schürt sie auch noch die Diskussion um Stoibers Nachfolge. Der hat sich seine weihnachtliche Ruhe auch anders vorgestellt. Und natürlich sagt Stoiber, er habe sich nichts vorzuwerfen. Der Grund für den Streit: Paulis Privatleben wurde in einem Telefonat über „Männerfreundschaften“ und mögliche „Alkoholprobleme“ ausgehorcht.


Ahmadinedschad schert es reichlich wenig, dass die UN ihm auf die Finger klopfen wollen. Während die Vereinten Nationen nach langem Ringen eine Resolution bemühen, um das Atomprogramm im Iran zu stoppen, macht Irans Präsident wie üblich den dicken Max und will jetzt erst recht weiter Uran anreichern – zu friedlichen Zwecken, wie er nicht müde wird, zu betonen. Wer könnte da nur zweifeln?? Die UN-Mitgliedsländer wollen ihm jetzt keine Nukleartechnologie mehr liefern, bestimmten Mitarbeitern an dem Atomprogramm die Einreise verweigern und deren Vermögen einfrieren. Das findet man im Iran nicht wirklich lustig.


Unser deutscher Weltraumflieger Thomas Reiter hat rechtzeitig zu Weihnachten wieder Boden unten der Füssen. Das Space Shuttle hat ordentlich Gas egegben, damit alle im Kreise ihrer Lieben irdisch feiern können. Der Deutsche kämpft jetzt zwar noch ein wenig mit der Schwerkraft, zehrt aber vom Gitarrespielen mit Überschlag im All.


Schneeflöcken, Weißröckchen, wann...ja, nur wann? So richtig froh sind nur die Autofahrer, dass es heuer kein bisschen Schnee gab. Dabei sind es nicht nur die Skifahrer, die sich um unser Wetter sorgen. Alle bekommen nun einen Vorgeschmack auf den Klimawandel. Nur die Unverbesserlichen belachen dies als Lust an der Apokalypse und rufen immer noch, das alles sei im Bereich des Normalen. Dagegen sagen allerdings neue Studien, die Progosen würden sogar unterschätzt werden und der Meeresspiegel viel schneller ansteigen. Nun, immerhin haben jetzt die Wetterfrösche endlich eine gute Nachricht für alle, die sich nach richtig Winter sehnen. Es wird bald doch noch schneien.