War was?

:: Die Woche :: 19.10. -25.10.2007

Türkei droht Irak - Polens neue Regierung - Benazir Bhuttos explosiver Empfang - VW-Gesetz gekippt - California's burning - Al Gores neue Religion - Das lange Warten auf deutschen Bahnhöfen.

Die Krise ist zurück und die Sturheit auf beiden Seiten dieselbe wie seit eh und je. Türkische Kampfflugzeuge bombardieren kurdische Lager diesseits und jenseits der türkischen Grenze zum Irak. Ziel sind die Rebellen der in der Türkei verbotenen Kurdenpartei PKK. Wer angefangen hat, ist längst nicht mehr entscheidend. Der Rest der Welt sieht nervös zu, wie sich Spannungen in der ohnehin schon sensiblen Region vertiefen. Schon gibt Bagdad Zeichen, der Türkei mögliche PKK-Rebellen auszuliefern.


Polens neuer Mann ist der liberale Donald Tusk mit seiner Bürgerplattform PO. Und dem Kaczyński-Doppelpack wurde von den Leuten eine Abfuhr erteilt. Europa weint ihnen keine Träne nach. Denn die Kaczyński-Zwillinge haben gepoltert und gespalten und gebremst, wo es nur möglich war. Doch sind wir die polnischen-Brüder wirklich los? Warten wir mal ab.


Benazir Bhutto hatte sich ihre Heimkehr aus dem Exil nach Pakistan gewiss anders vorgestellt. Es gab Blumen und Blut zum Empfang. Bei dem Selbstmordattentat gab es 150 Tote. Islamistische Terroristen drohen mit weiteren Anschlägen. Zweimal war Bhutto schon Premierministerin. Nun will sie sich im Januar trotz der Bluttat ein drittes Mal wählen lassen. So einfach, wie sie meint, wird das wohl nicht. Die Mullahs verachten sie, weil sie für Frauenemanzipation und Säkularisierung steht und sich pro-amerikanisch gibt. Die umstrittene wie schillernde Bhutto muss sich nun erstmal Korruptionsvorwürfen stellen.


Die Sonderregelung für VW ist im Eimer. Und Porsche scharrt schon mit den Füssen. Weil das VW-Gesetz, das den Autobauer seit 1960 vor feindlichen Übernahmen schützte, von der EU gekippt wurde, geht nun die Angst um. Denn VW muss nun „raus aus der Kuschelecke“. Am meisten wird das den Familien Porsche und Piech gefallen, die Porsche und VW nun ungehindert zusammenzuführen können. Viele Fragen, wage Antworten.


Es sind nicht nur die Reichen und Schönen Malibus, die nun packen müssen. Eine halbe Million Leute flieht in Angst vor den Flammen aus dem Schwarzenegger-Land. Das immer wiederkehrende Problem ist hausgemacht, weil die Leute es scheinbar dorthin zieht, wo die Risiken am größten sind. Al Gore kommen die Waldbrände ganz gelegen, denn dem neuen Mahner passt die Trockenheit Kaliforniens als Indiz für den Klimawandel ganz prima ins Konzept.

Der Ex-Vizepräsident von USA gefällt sich ohnehin sehr gut in seiner neuen Rolle als Klimapapst, frisch gebackener Friedensnobelpreisträger und Vortragsreisender. So kommt die moralische Instanz der Klimaschützer gerne auch zum EnBW-Klimakongress nach Berlin geflogen, erhält dafür 180.000 Dollar, verschwindet dann aber noch bevor es heißt „Sie fragen, Gore antwortet“. Der Mann ist schwer zu durchschauen.


Streik, nicht Streik, Streik, nicht Streik und wieder Streik – ist die Devise im Schienenverkehr. 30 Stunden streiken die Lokführer dieses Mal am Stück. Es geht seit vier Monaten um mehr Geld und einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer und Fahrpersonal. Doch Mehdorn bleibt beim Nein. Keine Einigung in Sicht. Dafür wohl bald der nächste Streik. Die Zustimmung der Bevölkerung schwindet. Zuvorderst aber spaltet der Streik zunehmend die Bahn-Belegschaft.