War was?
Alte Badewanne im Garten

:: Die Woche :: 20.03. - 26.03.2009

Wasser == Reichtum != für alle - Barack "Ribéry" Obama - Das Berliner Machtwort - Kennen Sie Ada Lovelace?

Also: Wasser == (ist gleich) Reichtum != (aber nicht) für alle. Die Weltwasserkonferenz, die in diesem Jahr in Istanbul tagte, hatte auf ihrer Agenda den freien und ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser. Letztendlich ist dies nur eine Aufgabe, die sich aus der Forderung nach dem Menschenrecht auf Wasser begründet. Da sind die Ergebnisse der Konferenz doch arg hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Denn außer den üblichen Absichtserklärungen, die in der heutigen Zeit nicht einmal mehr der Erwähnung wert sein sollten, die sie zwangsläufig in Nachrichten rund um den Globus verursachen, außer den Floskeln des "Wir-kümmern-uns" und "Wir-alle-tragen-Verantwortung-für-die-Zukunft" gab es: NIX. Ob das schade ist, eine vergebene Chance? Nein, das ist es wahrlich nicht. Es ist einfach nur unglaublich.Denkt man nur an die grausame Cholera-Epidemie in Simbabwe, die keine Grenzen kennt, die verheerenden Buschbrände in Australien oder Kalifornien, die menschenverachtenden Zerstörungen durch den Bau des gigantischen Drei-Schluchten- Dammes .Das sind Ereignisse, die es schwer machen, von vergebenen Chancen zu sprechen. Also: Wasser ist KEIN Wirtschaftsgut. Wasser ist ein Gemeingut. Und unter dieser Prämisse sollte diskutiert werden, wie das Recht auf Wasser jedem Menschen gewährt werden kann.

 

Barack Obama hat es nicht leicht. Als  postmoderner Messias von der Weltöffentlichkeit mit Vorschusslorbeeren bedacht, redet und diskutiert er sich von Haustür zu Haustür, von Konferenztisch zu Konferenztisch, von Grußbotschaft zu Grußbotschaft und siehe, nun auch von Talk-Sessel zu Talk-Sessel. Ein wenig erinnert er an Franck Ribéry, den Unermüdlichen. Nur ist Barack Obama eher keine hängende Spitze. Oder spielt gar rochierend dahinter. Barack Obama ist immer vorne an. Und bei aller Kritik, die auch wir schon äußerten: Barack Obama ist der inspirierende und erfrischende Repräsentant einer gefallenen Weltmacht, der ganz offenbar versucht, alle in ihn gesteckten Erwartungen nach und nach zu erfüllen. Und er ist ganz offenbar ein blendendes Vorbild für so manchen Vor-Ort-Politiker bzw. manche Politikerin. Es ist aber nicht nur eine Stilfrage, wie man sich der Öffentlichkeit und damit dem gemeinen Wahlvolk darstellen möchte. Es ist auch eine Frage der Inhalte. Und finden symbolische Handreichungen nur bedingt begeisterte Aufnahme, so wird der Sprung von bedeutungsschwerer Weltpolitik zu profaner Alltagspolitik für manche/n zum Sprung ins kalte Wasser.

 

Mit Spannung war die Berliner Rede Horst Köhlers erwartet worden. Es sollte im Allgemeinen und im Besonderen um die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf Deutschland und die Welt gehen. So nüchtern, so gewaltig. Was Horst Köhler in seiner Rede dann erstaunlicherweise tat, war der Versuch, symbolisch die Ärmel hochzukrempeln und den Schutt und die Asche, an den Ort zu verbringen, der das künftige Ziel all unserer Bemühungen sein sollte: an den Ort des Neuanfangs. Mit sicherem Schnitt zerlegte Köhler den Finanzmarkt und seine bis dato geltenden Mechanismen. Offenbar war  Köhler auch bewusst, dass er an einem abgestorbenen Organismus nach der Ursache der Krankheit suchte, die im Ergebnis die erschütterndste Wirtschaftskrise seit Menschengedenken verursacht hatte. Die Ursachen sind geradezu urtypisch: Geldgier, Verantwortungslosigkeit, Egoismus, Menschenverachtung. Als Horst Köhler dazu ansetzte, Selbstkritik und Bekenntnis zu ihrer Verantwortung durch z.B. Wiedergutmachung einzufordern, stockte die vorher noch sehr forsche und geradlinige Spur des Köhlerschen Skalpells. Es ist geradezu ein Stolpern zu verspüren, das abrupte Abwenden vom schuldhaften Handeln der Einzelnen, deren Namen nicht genannt werden , zum Bedenken, dass wir wohl alle über unsere Verhältnisse gelebt haben. Auch wenn letzteres stimmt, kann es nicht dabeibleiben, dem Otto Normalbürger die Ohren lang zu ziehen und zum Maßhalten aufzurufen.

 

Sagt Ihnen der "Ada-Lovelace-Day" etwas? Als die Nachricht vom ersten Ada-Lovelace-Day im Heise-Ticker die Runde machte, schien dies eine der Nachrichten zu sein, die im Zeitalter des Bloggens und Twitterns ebenso schnapsnasig daherkommt, wie die Gründung einer Bank in diesen Tagen. Will heißen - jede Idee findet ihren Weg durch die digitalen Adern auf das schwarze Brett der internetigen Dorfgemeinde, um in Sekundenschnelle von anderen Ideen überkleistert zu werden. Aber die Initiative von Suw Chairman-Anderson hat nicht nur Charme und Esprit - der Gedanke, dass Frauen gleichgeschlechtliche Vorbilder brauchen und dass diese aber nur allzu häufig im patriarchalen und/oder maskulinen Alltagsgetümmel verblassen oder verschwinden, dieser Gedanke, so einleuchtend er auch wirkt, hat eine aufreizend lange Halbwertzeit. Aber konkret: Am 24.03. eines jeden Jahres sollen Frauen aus der IT-Branche auf ihren Websites/Blogs/Twitterchats von (irgend)einer Frau erzählen, die ihnen in besonderem Maße für ihre Tätigkeit zum Vorbild gereicht. Der Lebensweg oder die Art, wie sie als Frauen in ihrer Arbeitswelt agieren, sollen von dem Besonderen dieser Frauen erzählen. Und weil eine jede Geschichte über das Einzigartige einer Frau auch zugleich eine Geschichte über die Alltäglichkeit weiblichen Lebens ist, sind die Erzählungen, wie sie hier zu finden sind, so lesenswert. Der nächste Ada-Lovelace-Day wird kommen. Ganz bestimmt.