War was?

:: Die Woche :: 20.06. - 26.06.2008

Wegschließen - und basta! - Beten fürs schwarze Gold - Beten, dass nichts passiert - Immer wieder die Männer

Was ist sicher? Als zwei Jugendliche vor etwa einem halben Jahr einen Rentner in der Münchner U-Bahn niederschlugen und hernach den Wehrlosen brutal verletzten, gab es  nicht nur einen entsetzten und empörten Aufschrei ,sondern  die Ratlosigkeit war auch riesig. Zu Beginn der Woche, als der Prozess gegen die beiden zum Teil jugendlichen Straftäter eröffnet wurde, flammten die Diskussionen um gerechte und ausreichende Bestrafung wieder auf. Dass die Auseinandersetzungen und die sich möglicherweise ergebenden Entscheidungen an den eigentlichen Ursachen dieser Gewalttat vorbeigehen, klingt hier und da an. Nur reagieren die Öffentlichkeit und die nur mittelbar Betroffenen mit Delegierung respektive Verdrängung. Sperrt sie weg -  und lasst sie nimmer raus. Und bald sind die Kosten für Jugendgefängnisse größer als die Kosten für Kita und Schule.

 

Der Ölpreis steigt und  Rubel, Euro, Dollar rollen. Bei einer geschätzten Fördermenge von 9,45 Mio. Barrel pro Tag und einem Preis von ca. 140 Dollar pro Barrel verdient Saudi-Arabien etwas über 1 Milliarde Dollar pro Tag. Da lohnt es sich schon mal zu beten. Was sich auch lohnen würde, wäre ,die Abhängigkeit vom Öl einfach in die Öltonne zu treten. Dann könnten wir auch gleich noch in einem Wisch das lästige Umweltproblem regulieren und den Hunger in der Welt beenden. Wenn es denn so einfach wäre...

 

Aber so einfach ist es dann doch nicht immer. Schauen wir zum Beispiel zur Asse II/Wolfenbüttel. Zum Atommüll-Endlager. Da misst die mit der Lagerung beauftragte Firma seit einigen Jahren alarmierend hohe Strahlenwerte, informiert aber nicht die entsprechende Behörde. Jetzt ist also bekannt geworden, dass Endlager für Atommüll mitnichten Endlager sind. Was wird getan? Die einen wetzen ihre politische Zunge, die anderen beschließen etwas ,und dann gibt es noch welche, die  die Realität einfach ausblenden. Alles nicht so einfach.

 

Bevor sich die Republik in euphorisierte Hemmungslosigkeit hineinsteigert: Wir sind schon Weltmeister, frage man sich nur, weshalb die Männer populärer sind als die Frauen. Denn Fußball spielen doch die einen wie die anderen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass  den Underdogs die Sympathien eher zufliegen. Denn Fußball spielen sie zwar beide, aber das vorerst letzte Spiel der Männer sollten wir dann doch schnell aus unserem kollektiven Gedächtnis streichen.