War was?
Dieser Betrieb wird bestreikt.

:: Die Woche :: 21.03. - 26.03.2008

Pakistan hat seinen Premier - Hillary hat bald verloren - Brigitte hat eine Studie - Verdi hat Streik

Pakistan hat seinen neuen Premier. Yusuf Raza Gillani gilt als Kompromisskandidat. Erinnern wir uns: Mit Benazir Bhutto war eine Frau als Kandidatin der PPP (Pakistan Peoples Party) zur aussichtsreichsten Anwärterin im Wahlkampf um dieses Amt geworden, aber sie wurde erschossen . Wer auch immer Bhutto erschossen hat - sie oder er reagierten damals vor allem auf die Provokation, die in der Wiederwahl Benazir Bhuttos gesteckt hätte , die Provokation, dass eine  Demokratisierung und mithin Säkularisierung des Staates Pakistan ein weibliches Gesicht bekommen hätte. Gillani scheint wie der Gegenentwurf zur lauten und fordernden Bhutto zu wirken. Er ist nicht nur ein Kompromisskandidat - er scheint der personifizierte Kompromiss zu sein. Kompromisse haben die manchmal erwünschte, manchmal verhasste Angewohnheit, Differenzen aufzulösen, Aversionen zu neutralisieren. Doch ist es das wirklich, was Pakistan braucht? Oder ist dies ein Deckel, der solange auf dem brodelnden Topf liegen wird, bis das, was brodelt, mit einem lauten Krachen heraus- schleudert?

Bei Clintons jedenfalls hat es diesmal auch mächtig gekracht. Erst waren es wahrscheinlich Sektkorken, nachdem Obama in die Strudel seiner eigenen zurückliegenden Entwicklung geraten war. Dann waren es wahrscheinlich Türen und Telefonhörer. Denn welcher Teufel Hillary Clinton ritt, mit einer solchen selbst verursachten Falschmeldung auf der politischen Bühne zu erscheinen, das wird sie wohl selbst nicht  wissen. Der oft zitierte, reich variierte amerikanische Traum wird bei den sich anbahnenden Scharmützeln der innerparteilichen Kontrahenten der Demokraten nun zu einer manchmal peinlichen, manchmal grauslichen, aber in jedem Falle ärgerlichen Angelegenheit. Und sollten die Demokraten nach ihrer Präsidentschaftsnominierung bei den Republikanern auf der Couch liegen: Wen würde es wundern?

Die Brigitte hat eine Studie in Auftrag gegeben. Frauen auf dem Sprung. Nun könnte man(n) sagen: Die Ergebnisse sprechen für sich. Und sicherlich wird hier bei MissTilly auf diese Studie noch ein durchleuchtender Blick geworfen. Aber eines sei an dieser Stelle auch gesagt: Nicht nur die Frauen ändern sich. Der Autor freut sich jedenfalls auch schon auf eine gleichartige Studie bei den Männern.

Ver.di hat Streik - und ist möglicherweise bald wie „Flasche leer.” So berechtigt die Forderungen nach Inflationsausgleich durch Lohnerhöhung sein mögen, so verständlich die Haltung der Gewerkschaften in den Verhandlungen auch ist: Die 20  er Jahre aber sind vorbei. Die Gewerkschaften hatten und haben ebenso wie die Parteien und die Unternehmen die gestalterische Fähigkeit und Verantwortung für die Entwicklung unseres Landes. Saßen und sitzen nicht Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte in den Aufsichtsgremien der Unternehmen und den Institutionen des Bundes? Konnten die tariflichen Auseinandersetzungen nicht schon viel früher und mit kühlerem Kopf verhandelt werden?
Sie sehen - Ver.di wird mit seinen Forderungen nicht scheitern, weil diese überzogen sind, sondern weil die breite Öffentlichkeit entweder nicht weiß oder nicht nachvollziehen kann, wieso die Forderungen, die Ver.di für seine Mitgleider aushandeln möchte, hier und heute berechtigt sind.