War was?

:: Die Woche :: 21.09. - 27.09.2007

Merkel trifft Dalai Lama - Blutige Eskalation in Birma - Alles steigt, alles wächst: Inflation, Euro, Getreide - Mindestens! - WIR werden Weltmeister

Nachdem Frau Merkel den Dalai Lama am Sonntag im Bundeskanzleramt empfangen hatte, waren die ersten Reaktionen bestimmt von Zustimmung und Anerkennung für den Mut und die Konsequenz der Bundeskanzlerin.
Im Beginn der Woche schien dann die Kritik an diesem Treffen alle Akzeptanz und allen Respekt hinweg zu fegen. Erst sagte das chinesische Aussenministerium das traditionelle Frühstück des chinesischen Aussenministers mit seinem Amtskollegen Steinmeier aus terminlichen Gründen ab, dann sprach das chinesische Aussenministerium offen von einer Krise in den Beziehungen zwischen China und Deutschland. Nachdem nun bekannt wurde, dass der deutsche Aussenminister sich am Rande der UN-Vollversammlung nun doch mit seinem Amtskollegen aus China treffen wird, scheint auch dieser aussenpolitische Sturm im Wasserglas beendet.

Nicht beendet ist dagegen die Eskalation in Birma, welche im Ergebnis erste Todesopfer zu beklagen hat. Der Dissenz, welcher sich in den Protesten der buddhistischen Mönche und der sich ihnen anschliessenden Bevölkerung auf der einen Seite und der gewalttätigen Reaktion der Militärjunta auf der anderen Seite Ausdruck schafft, ist in dem Aufeinanderprallen von bewusster Gewaltlosigkeit und kalkulierter Gewalt erschütternd und uralt. Es scheint auch ein Aufeinanderprallen von idealistischem Streben nach persönlicher Freiheit und demokratischen Grundrechten auf der einen Seite und kalkulierter, "grosser" Politik auf der anderen Seite zu sein. Wie anders ist es zu verstehen, dass alle bisherigen Resolutionen im UN-Sicherheitsrat und der UN-Vollversammlung matte Worte gezeitigt haben statt konkreter Taten im Rahmen gewaltlosen Widerstandes der Weltgemeinschaft.

Diese schaut weiter gebannt auf das Steigen der Preise für Erdöl und alle anderen fossilen Brennstoffe, auf das stetige Schlingern der Finanzwirtschaft und auf den steigenden Euro. Letzteres könnte so manchen Europäer mit stolz geschwellter Brust auf das stürmische Fahrwasser zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen blicken lassen. Aber nun: Die Preise steigen trotzdem zumal auch für die Lebensmittel - und so kommt es nicht von ungefähr, dass nach dem Abschmelzen der Butterberge und dem Austrocknen der Milchmeere die Landwirtschaftsminister der EU-Mitgliedsländer auf landwirtschaftliche Landgewinnung setzen und den Anteil stillgelegter Flächen deutlich verringern, um den Getreideanbau innerhalb der EU zu begünstigen. Fragt sich nur, wieviel uns dafür die Subventionierung der Getreideanbauflächen in den Entwicklungsländern kosten wird.

Apropos Kosten - Mindestlöhne kosten Arbeitsplätze, sagt Herr Glos und ergänzt: "Wer Mindestlöhne fordert, müsste eigentlich auch Mindestarbeitsplätze vorschreiben. Und dann wären wir ganz schnell in der Planwirtschaft." Nun, so wie die grosse Koalition bei den Mindestlöhnen hin- und her palavert, wäre zumindest eine gewisse Planung keine so schlechte Idee. Leider verweigern sich die einen Gesinnungsgenossen manchmal selber und führen eine planmässige Ablehnung zur unplanmässigen Ausweitung der Diskussion mit offenem Ende. Man darf gespannt sein.

Jetzt stehen WIR im FINALE. Und wenn WIR dann gewinnen, haben WIR endlich den Weltpokal gewonnen , wie es sich gehört. Für eine deutsche Fussball-Nationalmannschaft. Der Frauen. Und wenn sie verlieren: Dann war es gegen Brasilien. Gegen die haben die Männer auch nicht immer gewinnen können.