War was?

:: Die Woche :: 21.11. - 27.11.2008

Willkommen in Entenhausen - Es kann nur eine geben - Zur falschen Zeit am falschen Ort

Puh, die Finanzkrise. Das ist doch mittlerweile ein alter Hut. Zertifikate, faule Kredite, Insolvenzen. Alles schon gehört. Aber können Sie sich vorstellen, wie viel 8,5 Billionen Dollar sind? Also 8.500.000.000.000,00$? Willkommen in Entenhausen. Donald Duck kann nämlich. Und Dagobert Duck, der kann nicht nur, der hat sogar. Onkel Dagobert schwamm jeden Tag in dieser Masse an Geld, sodass er vom vielen Goldpeeling schon metallisch glänzende Federn bekam. Man könnte übrigens auch sagen: 8,5 Billionen Dollar, das sind die Hälfte des amerikanischen Inlandproduktes – so jedenfalls hat es Bloomberg errechnet. Und, ach ja. Diese Summe ist übrigens jenes Geld, das der amerikanische Staat als Nothilfen, Bürgschaften etc. zur Rettung der Finanzsysteme verplant hat. Sicherlich ist nicht alles Geld schon ausgegeben. Aber wenn sich die Talfahrt der Märkte weiter so rasant entwickelt, dürfte die eine oder andere Bürgschaft auch bedient werden müssen. Und dann... dann werden wieder die Muscheln eingeführt, Inflation auf ökologischer Basis heißt es dann. Wenn die Zahlungsmittel knapp werden, müssen halt neue gezüchtet werden.

Jeder in Deutschland, der die Gelegenheit wahrnehmen konnte, den französischen Film über die Schti's zu sehen, wird sich nach dem Ausgang der Wahl der neuen Parteivorsitzenden der Sozialisten in Frankreich behaglich in den Sessel zurücklehnen und finden, dass die Welt manchmal ungerecht ist – nur in Frankreich nicht. Glaubt man dem Film, so ist jetzt nämlich die Frau (also auch Präsidentschaftskandidatin) am Drücker. Leider konnte der Gegensatz von Film und Wirklichkeit nicht größer sein: Denn hat der Zuschauer im Film „Willkommen bei den Schti's“ den Eindruck, Zeuge einer radikalen, aber erfolgreichen Reinigung des Herzens zu sein, wird Martine W. Aubry nicht das Glück beschieden sein, ihrer Sozialistischen Partei eine radikale, aber erfolgreiche Kur angedeihen zu lassen. Das wird schon Ségolène Royal zu verhindern wissen. Sie ist das weibliche Pendant zu Nikola- dem Weißen Ritter der Brüssler Tafelrunde- der viel erzählt, aber dabei sich nur um sich selbst dreht. Mag sein: Auch Ségolène Royal will ihre Partei verändern, modernisieren, wieder in neuem Glanz erscheinen lassen. Aber mit sich selbst als leuchtendem Engel bitte schön!

Es gibt auch andere, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind: zum Beispiel in Pristina, Kosovo. Da waren es drei BND-Mitarbeiter, die nach einem Anschlag verhaftet wurden, den eine noch unbekannte kosovarisch-nationalistische Terrorgruppe auf das Hauptquartier der EU verübte. Im Kurznachrichten-Deutsch klingt das noch viel besser: Drei BND-Agenten wurden am Tatort verhaftet, zwei in einem Auto mit deutschem (!) Kennzeichen. Der dritte aß seine Telefonkarte.


Dachau 1941, so wähnt möglicherweise heute Johannes Heesters, war auch der falsche Ort zur falschen Zeit. Der Schauspieler und Sänger besuchte damals die dort stationierten Wachmannschaften – als Mitglied des Ensembles des Gärtnerplatztheaters in Dachau, aber nur, wie Heesters betont, und nur, um das KZ zu besichtigen. Das lassen wir an dieser Stelle mal ganz unkommentiert so stehen.