War was?

:: Die Woche :: 22.08. - 27.08.2008

Outings für Obama – Merkel mit Macht auf Platz eins – Kutschen und Kanonen im Kaukasus – Schluss mit sauberen Spielen

Nun ist es raus: Die Clintons sind eigentlich die ganze Zeit schon für Obama! Das taten die Eheleute jetzt in bewegenden Reden beim Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver kund. Die Ex-Kandidatin und der Ex-Präsident unterscheiden sich so allerdings von zahlreichen demokratischen Stammwählern, die sich Hillary Clinton als Kandidatin der Demokraten gewünscht hätten und nun als Rache an ihrem Bezwinger den Republikaner McCain oder aber überhaupt niemanden wählen wollen. Die Clintons wiederum versuchen mit ihren offenen Bekenntnissen, genau das zu verhindern. Der schwerkranke Senator Edward Kennedy ernannte unterdessen Barack Obama unter dem Beifall seiner Parteifreunde kurzerhand zu einer Art Ehrennachfahren der Kennedy-Dynastie, was hoffentlich kein schlechtes Omen ist. Gemeinsam verhindert haben Obama und McCain mit ihren erfolgreichen Nominierungen immerhin, dass der nächste US-Präsident wiederum aus den seit 20 Jahren ununterbrochen regierenden Dynastien Bush und Clinton stammt.

Angela Merkel ist die mächtigste Frau der Welt – nach Meinung des US-Magazins „Forbes“. Das dritte Jahr in Folge entschied sich das Wirtschaftsblatt dafür, in einer Liste der 100 einflussreichsten Frauen mal wieder die deutsche Bundeskanzlerin auf Platz eins zu setzen. Diese Krönung kommt Merkel vermutlich ganz gelegen, schließlich brauchen auch durchsetzungsfähige Frauen hin und wieder Zuspruch und „Power-Angie“ gerade ganz besonders:

Im Kaukasus-Konflikt bleibt der Wunsch nach Entspannung nämlich vorerst noch ein frommer. Angela Merkel sah sich aufgefordert, dem russischen Präsidenten mit deutlichen Worten verständlich zu machen, was er zu tun hat – oder besser: zu lassen. Die Anerkennung der abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien durch Russland sei „völkerrechtswidrig und nicht akzeptabel“, so erklärte die Kanzlerin. Da pflichteten ihr andere nicht nur bei, sondern sprachen auch gleich schon von einer Retourkutsche Moskaus – wegen der westlichen Anerkennung des Kosovos auch gegen russische Widerstände. Währenddessen grübelt man in Russland nun, warum im Schwarzen Meer eigentlich derzeit so viele Nato-Schiffe unterwegs sind. Ob der Nachbar Georgien etwa doch schon heimlich dem Bündnis beigetreten ist, wie es Merkel gerne sähe? Denn für eine „Kanonenboot-Show“ ist das hier ja wohl nicht der richtige Zeitpunkt?!

Es seien „bemerkenswerte Spiele“ gewesen, resümierte IOC-Präsident Jacques Rogge am vergangenen Sonntag in seiner Rede zur Abschlussfeier der XXIX. Olympischen Sommerspiele in Peking. Womit er mal uneingeschränkt recht hatte. Ein US-Schwimmer, der achtmal Gold holt. Überhaupt Schwimmwettbewerbe, bei denen die Weltrekorde im Minutentakt purzelten, so als hätten sich die Architekten beim Bau des olympischen Beckens um ein paar Meter vermessen. Und dann die jamaikanischen Kurzstreckenläufer, die alle so gut trainiert hatten, dass sie der Konkurrenz scheinbar mühelos davon trabten – allen voran 100- und 200-Meter-Jogger Usain Bolt, der beim Warmlaufen gleich noch zwei Weltrekorde aufstellte. Dabei fiel auch auf, wie sauber die Spiele waren: Insgesamt nur eine Handvoll Athleten und ein paar Pferde wurden des Dopings überführt.

Sauber wurde in Peking auch zwischen Sport und Politik getrennt – so, wie sich die Olympiafunktionäre das wünschen. Für die, die es aber partout nicht lassen konnten, ihre politische Meinung kund zu tun, hatte die chinesische Regierung besondere Demonstrationsparks eingerichtet. Wer dort seine demokratische Notdurft zu verrichten gedachte, wurde allerdings meist schon im Vorfeld auf opportunere Alternativen aufmerksam gemacht. Oder, wenn das nicht fruchtete, kurzerhand ins Arbeitslager verbannt.