War was?

:: Die Woche :: 23.11. -29.11.2007

Israel versucht's mal wieder mit Frieden - Die Grünen und ihr Kuschelpaket - Die Post, der Mindestlohn und die Kanzlerin - Die Porsche-Gehälter und wie viel soll ein Manager verdienen - Rocksänger heizt Australien ein – Die Telekom, der Radsport und der Versuch einer Normalität

Nach sieben langen Jahren gibt es endlich wieder Friedensverhandlungen. Doch von Friede, Freude, Eierkuchen ist der Nahe Osten trotzdem weit entfernt. Ein Anfang wurde zwar auf der Annapolis-Konferenz gemacht und die Zwei-Staatenlösung – sprich: die Schaffung eines demokratischen palästinensischen Staates bis Ende 2008 zum Ziel gesetzt. Wer genauer hinblickt, ist skeptisch. Denn „ohne Gaza gibt es keinen Frieden“ - und dort herrscht die Hamas, die nicht mit am Verhandlungstisch sitzt.


Die Grünen hatten ihren Parteitag in Nürnberg und sind nochmal davon gekommen. Alle hatten befürchtet, dass es ein weiteres Mal zum Eklat kommt, weil die Basis (wie in der Afghanistan-Politik) gegen einen Leitantrag rebellieren könnte. Nun, dieses Mal gab es breite Zustimmung zum Modell der grünen Grundsicherung oder des „Förderns ohne fordern“, doch so richtig glücklich war auch keiner. Die meisten schienen nur erleichtert, dass es schadlos vorüberging. Der Frieden sei mit „60 Wohlfühl-Milliarden“ erkauft worden, mault die FDP. Weichgespült, kuschelig und noch weiter nach links gerückt seien sie, lauten die Urteile. Oswald Metzger hatte genug – der „Quälgeist aus dem Südwesten“ trat aus.


Erst wurde monatelang gestritten, dann machte Merkel Hoffnung. Und schließlich ging alles plötzlich ganz schnell. Der Mindestlohn für die Briefträger ist (fast) da. Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband Postdienste haben sich auf einen nachgebesserten Tarifvertrag mit einem gestaffelten Mindestlohn zwischen 8 und 9,80 Euro geeinigt. Und weil nur noch Betriebe und Betriebsteile erfasst werden, die überwiegend Briefe befördern, sind die Bedingungen der Union auch erfüllt. Merkel stellt deshalb ein entsprechendes Mindestlohn-Gesetz schon für nächste Woche in Aussicht, das dann bereits ab 1. Januar für Postboten gelten könnte.


Bei Porsche gibt es einen warmen Geldregen – die Mitarbeiter bekommen dieses Jahr einen Bonus und Vorstandschef Wendelin Wiedeking einen besonders dicken Scheck. Wieviel er genau erhält, wird nicht verraten, doch Experten schätzen, dass von den 112,7 Millionen, die alle Vorstandmitglieder zusammen bekommen, 40 Millionen alleine an Wiedeking gehen. Leisten können sich das die Stuttgarter Autobauer, die ein erfolgreiches Jahr hinlegen. Doch die Höhe der Managergehälter geht dennoch vielen zu weit. In die Reihen der Kritiker gesellen sich Wolfgang Schäuble und Horst Köhler. Die finden, die Führungspersönlichkeiten der Wirtschaft hätten durchaus eine Vorbildfunktion. Und dazu gehöre auch die Mäßigung gemäß dem freiwilligen Kodex der deutschen Wirtschaft.


Australien hat sich ein neues Parlament gewählt und die Konservativen rausgekickt. Der Wahlsieger und Laborchef Kevin Rudd steht für einen ganz neuen Angang. Vielleicht hätte keiner richtig hingekuckt, wenn nicht einer von zwei Umweltministern nun Midnight-Oil-Sänger Peter Garrett geworden wäre? Der Mann meint es Ernst: Australias „beds are burning“ heisst es vielleicht bald. Mit diesem Song schon 1987 zeigte Garrett, dass ihm die Aborigines ebenso wie die Umwelt ein besonderes Anliegen sind. Australien war neben den USA einzige Industrieland, das die Umsetzung des Kyoto-Protokolls ablehnte. Nicht nur das soll sich nun ändern.


T-Mobile zieht sich nach den Dopingfällen vom Sommer nun aus dem Radsport zurück. Adidas und Audi auch. Sieht fast wie eine Kettenreaktion aus. Und alle bemühen sich zur Tagesordnung zurück zukehren, als ob nichts geschehen wäre. Für die Telekom ist es ein Befreiungsschlag, für den Radsport ein Tiefschlag –  ob dieser tatsächlich ein heilsamer sein wird? Dafür wäre einen neue Geisteshaltung der Radsportler nötig.