War was?

:: Die Woche :: 24.05. - 28.05.2009

Das böse Wort – Das dicke Geld – Die nordkoreanische Provokation - Die gewaltfreie Gesellschaft

 

Staatliche Bürgschaftsmilliarden – wohin damit? Opel oder Arcandor? Die Warteschlangen werden länger, die Hosentaschen immer tiefer. Guttenberg zweifelt und provoziert - oder pokert nur. Steinmeier faucht. Koch schäumt. Das ambivalente Schreckenswort Insolvenz macht die Runde. Doch mit dem Abwägen von Arbeitsplätzen und Steuergeldern gestaltet es sich nicht so einfach. Denn es ist wie immer im Leben - das Eine hängt mit dem Anderen zusammen. „Wir wollen Steuerzahler bleiben“, trugen die Arcandor-Mitarbeiter bei ihrer Demo in Berlin auf der Brust. Haben die Amerikaner da wirklich ein besseres Verständnis von der Wirksamkeit der Märkte? Die schicken den GM-Konzern in die Insolvenz und betrachten die Gläubiger als die eigentlichen Schützenswerten und die staatlichen Rettungsmaßnahmen nur als einen Trick, die Schuld und Verantwortung für die Misere den Managern abzunehmen. Dass die Deutschen da mit dem von ihnen verinnerlichten Prinzip sozialer Verantwortung etwas anders ticken, hat seine Berechtigung. Also was nun, Deutschland?

 

Teure Bäumchen-Wechsel-dich-Spiele lenken derweil das Volk ein wenig von der täglichen Tristesse ab. Während die Wirtschaft weltweit Not leidet, leisten sich die Fußball-Clubs absurd hohe Ablöse-Summen. Mario Gomez wechselt für 30 Mio. vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München. Und für Werder Bremens Diego blättert Juventus Turin 25 Mio. auf den Tisch. Und weil es viel entspannter ist, sich den Kopf über das Geld anderer Leute zu zerbrechen, warten die Menschen auf der Straße schon sehnsüchtig auf die alles entscheidenden Transfers der Riberys und Dzekos.


Nordkorea macht wieder mal den dicken Max. Drohungen, Atomwaffentests, Raketenstarts – das volle Programm wird aufgefahren. Alles horcht auf. Alles drängt auf Schlichtung. Genau das wünscht sich wohl Kim Jong Il . Um die USA zu Verhandlungen zu zwingen und um abzulenken von inneren Schwächen- und um Macht zu demonstrieren. Das ist altbekannt. Nun ist erstmal Obama gefordert als Feuerwehrmann an einem neuen Brandherd nach Guantamo und Weltwirtschaftkrise. Und China? China tut sich schwer in der Rolle des Vermittlers. Denn der koreanische Juniorpartner liegt militärstrategisch einfach zu günstig. Andererseits will und kann China seine neue Rolle als weltpolitische Großmacht nicht aufs Spiel setzen. Und seine Hilfsmaßnahmen lässt sich der gelbe Riese auch zu gern von der Weltgemeinschaft bezahlen. Genau das ist es schließlich, worauf Nordkorea eigentlich aus ist: "Kim will Geld, und er will seine Ruhe". So banal ist es, sagt Korea-Experte Lankov.


Es war nur eine einzige Meldung. Aber sie ist uns eine Erwähnung wert: Im Matriarchat haben es Männer besser. „Männer leben besser, wo Frauen das Sagen haben“, diktiert ein Arzt und Forscher alternativer Lebensformen dem SPIEGEL ins Blatt, nachdem er zwei Monate bei den südchinesischen Mosuo verbrachte. Und dass es keine Gewalt in einer solchen Gesellschaft gibt. Außerdem konnte er beobachten: „In der matriarchalen Gesellschaft sind Liebe und Erotik allgegenwärtig.“ Also, Männer, wenn das mal nicht verlockend klingt..?