War was?

:: Die Woche :: 27.03. - 03.04.2008

Vaterpflichten enden in Karlsruhe – Nato streitet um Beitrittswünsche - Mugabe klammert in Zimbabwe – Biosprit ist Gift fürs Auto – Studie bestätigt Zwei-Klassen-Medizin

Väter dürfen zum Kontakt mit ihren unehelichen Kindern nicht gezwungen werden. Das entschied nun das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Was die einen begrüßen, bedauern die anderen. Denn was die Nation nun entzweit ist die Frage: Ist es zum Wohle des Kindes, wenn es von einem abweisenden Vater nicht besucht wird? Oder ist es im Interesse des Kindes, seinen leiblichen Vater kennenzulernen, selbst wenn dieser nichts von ihm wissen will? Vaterglück oder gar Liebe lässt sich nicht erzwingen – darin sind sich alle einig. Und „Elternschaft ist eben mehr als ein rechtliches Konstrukt“. Dennoch hinterlässt das Urteil bei vielen einen faden Nachgeschmack.


Es war ein Zerren und Ziehen beim neuesten Gipfel der Nato in Bukarest. Denn es ging um die nächsten Länder, die „im Club willkommen“ sein sollen. Natürlich waren sich die Mitgliedsländer nicht einig, „wieviel Osten die Nato verträgt“. Deutschland und Frankreich hielten eine Beitritt der Ukraine und Georgiens für verfrüht. Dass Russland trotzdem Galle spuckt, war klar. Denn die USA lehnte sich schon im Vorfeld zu weit für die beiden Osteuropäer aus dem Fenster. Am Ende gab es für Bush nur einen Teilsieg – denn die Ukraine und Georgien erhielten zwar eine Zusage, aber ohne konkreten Inhalt und Zeitpunkt. Näher am Ziel sind Kroatien und Albanien. Die dürfen sich richtig freuen – nämlich auf eine baldige Aufnahme in 2009.


Mugabes Partei hatte in Zimbabwe die Mehrheit verloren. Doch Aufatmen gibt es noch lange nicht. Wie nämlich wird man einen Diktator los? Erst gab es Dementis, Mugabe wolle noch lange nicht aufgeben. Es folgte das große Rätselraten. Nun lässt er verlauten, er wolle eine Stichwahl. Alles hofft auf einen Neubeginn, doch niemand weiß, zu welchen Mitteln der „alte zornige Mann“ greift.


Der Biosprit sollte unser Klima retten. Doch nicht nur ist dieser Gift für viele Autos. Nein, hier sind sich sogar Umweltschützer und Ökonomen ausnahmsweise mal einig, dass er auch sonst schädlich ist – weil teuer erkauft und alles andere als gut für die Natur. Und es hatte für Umweltminister Gabriel so gut angefangen: Der hatte musterschülerhaft die EU-Vorgaben umgesetzt und die Beimischquote von 10% Biosprit für 2009 fest im Auge. (2006 hatte die große Koalition ihr Biokraftstoffquotengesetz verabschiedet.) Diese Pläne stehen nun vor dem Aus und Gabriel steckt die Prügel ein.


Was viele Patienten längst am eigenen Leibe spürten, wurde nun in einer Studie erstmals bestätigt: Kassenpatienten warten bei uns bis zu dreimal länger auf einen Termin beim Facharzt als Privatpatienten. Dass es sich hier nur um „Serviceunterschiede“ handelt, glauben nur wenige. Vielmehr sehen die meisten hiermit eine Zwei-Klassen-Medizin bestätigt. Ulla Schmidt und die Ärztevertreter (Ärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung) wiegeln ab. Die sagen, alle Patienten würden „qualitativ gleich behandelt“. Die SPD fordert nun für Ärzte die gleichen Honorare für die Behandlung von Kassen- und Privatpatienten.