War was?

:: Die Woche :: 27.07. - 02.08.2007

Aufregung um die Milch- und Butter-Preise. Neue Freunde für Gaddafi. Immobilienkrise in den USA. Deutschland schlittert knapp an einer Bankenkrise vorbei. USA pumpt Waffen in den Mittleren Osten. Talibans Geisel und die Frage: Lassen wir uns erpressen oder jetzt erst recht? Das Ende der Tour.

Alles Käse? Milch, Butter und Quark werden jetzt plötzlich um bis zu 50 % teurer. Die Schuld dafür haben nicht alleine die Chinesen. Da gibt es schon ein paar mehr Gründe, z.B. leere Läger, gestiegene Nachfrage und teurere Energiepreise. Verständlicherweise regen sich die Leute lautstark auf. Doch dunkle Machenschaften verbergen sich wohl kaum hinter der Verteuerung. Ausserdem ist Butter in der Vergangenheit immer erschwinglicher geworden: Mussten wir 1970 noch 22 Minuten arbeiten, um uns von unserem Verdienst eine Butter kaufen zu können, so reichen heute 4 Minuten Arbeit. Hört sich nach einem Sturm im Milchglas an.


War es nur ein schmutziger Handel - Waffen gegen das Leben der bulgarischen Krankenschwestern? Aber nein, natürlich nicht, so wird Nikolas Sarkozy nicht müde, zu betonen. Nun, Frankreich schickt jedenfalls Libyen nun nicht nur einen Atomreaktor, sondern liefert dem Land - das bis unlängst noch als Schurkenstaat galt - künftig Panzerabwehr-Raketen. Gaddafi quittiert es mit breitem Lächeln.


Alles zittert - rechts wie links des Atlantiks: Der amerikanische Häusermarkt ist in der Krise und reißt Börse und Banken fast mit zu Boden. Was war passiert? Es gab in den USA zu viele Kredite an Kunden mit schlechter Bonität und wenig Eigenkapital. Als dann die Immobilienpreise sanken, sind damit die Sicherheiten weggefallen. Gleichzeitig stiegen die Zinsen und viele Hausbesitzer konnten ihre Hypothekenkredite nicht mehr bedienen. Der Crash war perfekt. Auch die deutsche Mittelstandbank IKB kam ins Straucheln, sie hatte sich kräftig am amerikanischen Immobilienmarkt verspekuliert. Nur weil die staatliche Förderbank KfW eingriff, konnte die vielleicht größte Bankenkrise in Deutschland gerade nochmal abgebogen werden. Ein bisschen Bangen ist noch.


Die USA rüsten ihre  „Freunde“ im Nahen Osten hoch und versprechen sich davon tatsächlich Frieden oder zumindest Stabilität in der Region. Ägypten und Israel werden mit satten Geldspritzen bedacht (13 und 13 Mrd US-Dollar). Zum Freundeskreis gehört auch Saudi-Arabien, das Kriegsschiffe und Waffenlieferungen erhält. Die Strategie „die Feinde der Feinde“ aufzurüsten ist genauso alt wie riskant. Auch Bundesaußenminister Steinmeier hält das für wenig gelungen, sondern bevorzugt den politischen Dialog.


In Afghanistan ist immer noch eine deutsche Geisel in der Hand der Taliban, die den Abzug deutscher Soldaten aus der Region fordert. Dass gleichzeitig 23 Südkoreaner in Geiselhaft sind und die Situation zwischen Südkorea und Afghanistan zu eskalieren droht, macht das Ganze nicht einfacher. Die deutsche Regierung bleibt jedenfalls weiterhin auf Kurs und will nicht erpressbar sein - viele fordern sogar eine Verstärkung der deutschen Präsenz vor Ort. Doch wie bekommt man nun die Geisel frei? Durch Lösegeldzahlung? Und wie entspannt man die Lage in Afghanistan? Indem man nur für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau zur Verfügung steht, lautet ein Vorschlag.


Die Tour de France ist zu Ende und vorläufig auch am Ende. Mehr wollen wir gar nicht mehr dazu sagen- denn es kann sowieso keiner mehr hören. Gewonnen hat übrigens „A.C.“(der Spanier Alberto Contador) - dem man Verbindungen zum Doping-Arzt Fuentes nachsagt. Ach..