War was?

:: Die Woche :: 28.09. - 04.10.2007

Korea schüttelt sich die Hand. Die Lage in Birma eskaliert. Kursänderung bei der SPD. Müder Einheitstaumel. Merkel will in den UN-Sicherheitsrat. Joschkas Memoiren. Die CSU hat einen neuen Häuptling. Und die deutschen Fussballfrauen sind wieder Weltmeisterinnen.

Fällt die Mauer zwischen Nord- und Südkorea? Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-il und der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun unterzeichnen eine Friedenserklärung und wollen die Feindseligkeiten zu den Akten legen. Seit mehr als 60 Jahren ist die Halbinsel geteilt. Doch um der neuen Eintracht trauen zu können, müssen erstmal Taten folgen. Nordkoreas Diktator Kim Jong Il "mimt das Friedenstäubchen" - an seinen Atombomben wird erstmal nicht gerüttelt.


Das Militär in Birma geht brutal vor und lässt Mönche foltern und töten. Der UN-Gesandte wurde zwar zu einem Gespräch von der Junta zugelassen, doch von einem Nachgeben kann in keiner Weise die Rede sein. Ibrahim Gambari konnte nichts erreichen. Birma steht seit 1962 unter dem Militärdiktat eines der korruptesten Regimes der Welt, das den Wahlsieg von Suu Kyi 1990 ignoriert.


Parteichef Beck irritiert mit seinem Versuch, die SPD neu zu justieren. Eine Verlängerung des Arbeitslosengeldes I für Leute über 45 Jahren sei nötig, sagte er. Und provozierte damit wildes Geflatter im Hühnerhaufen SPD. Jetzt wird fleissig Schadensbegrenzung und Relativierung betrieben. Kurt Beck wollte ein Glaubwürdigkeitsproblem lösen, bevor Unionspolitiker wie Rüttgers die SPD links überholen. Eine Steilvorlage für Münte. Doch Kurt geht noch lange nicht in die Knie.


Es war der 03.10. und mancher - so könnte man fast meinen – fragte sich beiläufig: was war da nochmal? Die einen Deutschen feierten in einer „Mischung aus Jahrmarkt und Konzertspektakel“, die wenig an die Wiedervereinigung erinnerte. Andere denken derweil darüber nach, ob man nicht besser den 9.10. als Tag der deutschen Einheit zelebrieren sollte.

 

Der Bundeskanzlerin  neuestes, liebstes Kind ist der UN-Sicherheitsrat. Dort will sie hin. Und stiehlt Aussenminister Steinmeier mal wieder die Show. Der Wunsch nach einem Sitz der EU im Sicherheitsrat ist kalter Kaffee. Merkel will selbst vorne mitmischen und fordert unverhohlen einen ständigen Sitz für Deutschland.


Er durchlief die perfekte Metamorphose vom Ex-Sponti zum Elder Statesman - wobei er sich in letzterer Rolle sehr sichtbar wohlfühlte. Nun findet Joschka Fischer es an der Zeit, seine Memoiren darüber zu schreiben und den Grünen schlechtgelaunt in Buchform gepresste Ratschläge zu geben.


Wenig Überraschendes gibt es aus Bayerns CSU zu vermelden: Huber schlägt Seehofer und Pauli versinkt ins Bodenlose. Die neuen, alten Männer nehmen nun ihre Arbeit auf. Und so bleibt alles anders - das Duo Huber-Beckstein steht nicht gerade für Veränderung.


Wir sind Weltmeisterin! Die Frauen zeigen in Shanghai , was sie drauf haben und verbannen Brasilien auf den zweiten Platz. So schön kann Fussball sein. Es bleibt die Hoffnung, dass das vielen Mädchen Lust auf das runde Leder macht.