War was?

:: Die Woche :: 29.03. - 05.04.2010

Auf der "Straße der Besten" - Früher war Gott eine Frau - Volle Hütte

Was begann wie eine Verlegenheitslösung in einer Partei, deren Fundament im wahrsten Sinne des Wortes zu zerbrechen drohte, stellt sich mittlerweile als die "Mächtigste Frau der Welt" dar. Das macht sie in der Welt und auch in unserem Land zum "Most Valuable Player" der Politikerliga. Na ja, in unserem Land kämpft sie noch mit Frau von der Leyen (aktuell) bzw. Herrn zu Guttenberg (in den letzten Monaten) um den ersten Platz. Aber sie ist immer nah dran. Was ihr jetzt noch zu fehlen scheint, ist vielleicht so etwas wie Profil, ein klarer Weg, ein Bekenntnis zu einem Ziel, das sie erreichen möchte mit den Bewohnern dieses Landes, ganz Europas und der Welt. Frau Merkels Stärke, ihre Kompromissfähigkeit, ihre Fertigkeit, einen gangbaren, praktikablen Weg zu beschreiten, wird zunehmend zu ihrer Schwäche. Denn wo ihr der Profilierungswahn einiger junger und weniger junger Männer die Umfragen verhagelt, bedarf es durchaus mal des berühmt berüchtigten Donnerwetters gegenüber den ungezogenen Buben. Damit ist, um jedem Missverständnis aus dem Wege zu gehen, durchaus nicht das Kanzler-Basta vom Kaliber Schröder gemeint. Ebenso wenig meint es dieses unsägliche Machtwort-der-Kanzlerin-Theater, das regelmäßig in den Medien inszeniert wird. Oder all jenes, was gern mit "Das wird in der Familie geklärt" umschrieben wird. Mit dem Donnerwetter ist vielmehr der reinigende Aspekt des niederprasselnden Starkregens gemeint, inklusive des Wegschwemmens von Rotz und Elend von Lobby-Republik bis Klientel-Patriotismus.

 

Dass Gott früher ebenso eine Frau war, wie er/sie heute in den Augen vieler Menschen christlichen Glaubens ein Mann ist, kann durch eine nicht mehr zu ignorierende Menge archäologischer Fundstücke und Artefakte nachvollzogen werden. Die Fundstücke und eine erhebliche Anzahl abendländischer Marien-Darstellungen sind im Diözesanmuseum Bamberg in einer Ausstellung zu besichtigen, die auf Initiative des Frauenpastorals des Erzbistums Bamberg ihren Platz inmitten des Gemeindelebens gefunden hat. Die Implikationen, die eine solche Ausstellung mit sich bringen kann, werden sich erst mit der Zeit offenbaren. Der Ruf nach katholischen Priesterinnen dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Was den Initiatorinnen- und damit vielen Frauenpastoralen in Deutschland- aber vor allem am Herzen liegt, sind die Frauen und ihr Selbstverständnis bzw. das Bildnis der Frau in dieser, unserer Gesellschaft als ebenbürtige Gestalterin gesellschaftlicher Verhältnisse. Neben den üblichen Gruppen- als auch öffentlichen Führungen gibt es ein pralles Programm im Kontext bzw. in der Thematik der Ausstellung, die vom 7. Mai bis 3. Oktober ihre Pforten öffnet.

 

Wie heißt es immer so schön - Gleichberechtigung fängt ganz oben an. Waren wir eben noch bei Gott als Frau, sind wir jetzt bei den vier Astro- respektive Kosmonautinnen, die mit ihren anderen neun Kollegen die ISS im Weltraum bevölkern und auf unseren geliebten Planeten herabschauen. Zugegeben, rein rechnerisch ist das nicht ganz Fifty-Fifty - aber wie bei allem, was die Männer mit allerlei merkwürdigen Begründungen den Frauen im Laufe der Zeit verwehren wollten, fängt es erst einmal klein an. Und wächst sich dann so langsam zu immerhin schon 4 Weltraumfahrerinnen aus. Dass den Amerikanern nach dem kostenintensiven Kriegsgetöse im Irak und Afghanistan die Mücken ausgehen, nimmt dem Projekt Gleichberechtigung im Weltraum ein wenig den Schwung. Zumal die Russen außer ihrer Ambitioniertheit nichts aus der guten, alten Sowjet-Zeit retten konnten. Und die Europäer zuerst einmal, nach Griechenland und später Portugal, Italien, Spanien und Frankreich, sich selbst retten müssen und in komplett anderen astronomischen Zahlenbereichen agieren werden (ja, könnte man mit den Milliarden und Billionen an Schulden einen Wegpflastern - wir könnten die nächstgelegene Galaxie glatt mit dem Auto bereisen).Also kein Ersatzamerikaner im Weltraumgeschäft in Sicht. Fürs erste.Wenn die vier Frauen wieder wohlbehalten auf der Erde gelandet sind, dann ist die ganze Krise vielleicht Schnee von gestern. Manchmal geht so was ja ganz schnell.