War was?

:: Die Woche :: 29.06. - 05.07.2007

Die Terrorangst macht sich wieder breit. Zeigt her eure Kontoauszüge, liebe Abgeordnete. Modell „Deutschlandfonds“ oder die alte, neue Idee vom Arbeitnehmerkapitalismus. Gezerre und Streik bei der Bahn. Die Berliner sollen nun doch ihr Schloss bekommen. Pamela Anderson, der runde Geburtstag und die Bild-Schlagzeile des Monats.

In Grossbritannien hätte eine Reihe von Bomben hochgehen sollen – Gottseidank wurden sie vereitelt. Dann, kurz darauf ging ein Auto am Flughafen Glasgow in Flammen auf. Alle sind nochmal glimpflich davon gekommen. Doch die Angst vor islamistischen Selbstmordattentätern geht nun auch bei uns akut um. Inzwischen wurden mehrere Verdächtige festgenommen. Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt. Bis zum nächsten Mal? Wird es nun auch in Europa soweit kommen, dass wir uns an die Terrorgefahr im Alltag gewöhnen werden müssen?

Ab sofort gibt es im Internet nun die Liste der Nebeneinkünfte unserer Volksvertreter. Ein Hoch auf die neue Transparenz. Ein bisschen „Wie-du-mir-so-ich-dir“-Gefühl ist schon dabei – und das ist auch in Ordnung. Wer - wie unsere Bundestagsabgeordnete – selbst sein Gehalt festlegen kann, dem sollte schon ein wenig auf die Finger geschaut werden dürfen, woher sonst noch das Geld sprudelt. Und manch ein Bürger fragte sich, wieviel ihrer Zeit die von ihm Gewählten nun wirklich im Parlament einsetzen. Ausserdem besteht mit der Offenlegung künftig eine etwas geringere Gefahr für Interessenskonflikte, seltsame Verquickungen und wirtschaftliche Abhängigkeiten. Der Bürger, der sich mitunter bis auf die Unterhosen ausgezogen vorkommt, wird es mit Genugtuung betrachten, dass nun auch die Abgeordneten die Hosen runterlassen müssen.


Die Politik hat die Arbeitnehmer und die Mitarbeiterbeteiligung (wieder-)entdeckt und nun übertrumpfen sich SPD und Union gegenseitig mit gut gemeinten Vorschlägen. Beide finden, die Arbeitnehmer sollten künftig mehr an ihren Firmen beteiligt werden. Die Wege dahin sind nur verschiedene: Die SPD schlägt einen „Deutschlandfonds“ vor, die Union ihr Konzept „soziale Kapitalpartnerschaft“. Das eine zu bürokratisch, das andere zu risikoreich, so sagen die Experten, und ohnehin völlig überflüssig das alles, weil Möglichkeiten gäbe es schon genügend. Und am Ende verpuffen wahrscheinlich die ganzen Anstrengungen wieder.


Die Bahnmitarbeiter streikten und alles stand erstmal still. Auch wenn in vielen Großstädten alles zum Erliegen kam: Das Chaos blieb aus. Die Leute nahmen es erstaunlich gelassen, dass sie nicht vom Fleck kamen. Weil sie vorher Bescheid wussten und sich darauf eingerichtet hatten. Gestritten wird um mehr Lohn: Die Beschäftigten möchten 7 % mehr in der Tasche (die Lokführer sogar ganze 31 % Lohnerhöhung), Bahn-Chef Mehdorn ist aber nur zu 4 % mehr bereit. Noch ist keine Einigung der Tarifparteien in Sicht. Aber es geht natürlich auch wie immer um Macht und Einfluss. Und weil die Bahn eine Sonderbehandlung der Lokführer ablehnt, drohen diese schon mal mit neuem Streik.


Berlin kriegt wohl doch noch sein Schloss. Und Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee ist tief bewegt – es ist sein Konzept, das Geschichte „erlebbar“ machen soll. So lange haben die Berliner um ihr Stadtschloss gestritten - immer hieß es, es sei kein Geld da. Nun wird der Traum doch wahr, zumindest die Fassade dessen – dahinter wird sich das sogenannte „Humboldt-Forum“ verbergen, das Museum, Bibliothek und kultureller Veranstaltungsort sein wird. Die Bundesregierung hat nun grünes Licht gegeben: Aber bis 2013 wird der Wiederaufbau schon dauern. Und der Bundestag muss auch noch zustimmen.


„40 ist wie 20“ offenbart uns Ex-Baywatch-Girlund Geburtstagskind Pam Anderson – und meint damit vermutlich nur zwei kostbare (weil teuer präparierte) Teile ihres häufig und gerne zur Schau gestellten Körpers. Nun, solche Schlagzeilen kann nur die Bild-Zeitung.