War was?

:: Die Woche :: 30.11. -06.12.2007

Putin bleibt (natürlich) dran - Absolution für den großen, bösen Buben Iran – Die CDU und der Platz in der Mitte – Volle Kanne Klimaschutzprogramm - Zumwinkels Aktienverkäufe bzw. Nikolausgeschenk – Ende der Knutomanie

Jeder hält die Wahl in Russland für manipuliert. Sogar die Bundesregierung redet Tacheles. Wovor hat er Angst, fragt sich alle Welt nun. Denn Putin sitzt fest im Sattel seiner persönlichen Diktatur und hätte auch so gewonnen. Trotzdem setzte er auf monatelange Propaganda und Einschüchterung.


Ein neuer US-Geheimdienstbericht sorgt für Aufsehen. Ganz anders als Bush immer hat verlauten lassen, geht vom Iran anscheinend keine echte Gefahr aus. Atomwaffenprogramm? Fehlanzeige. Gefahr eines dritten Weltkriegs? Pustekuchen. Viel Lärm um nichts? Die Offensive des US-Geheimdienstes könnte Fehleinschätzungen wie im Fall Irak verhindern. Mit Konsequenzen für Bush und die Weltpolitik. Doch für eine Entwarnung sieht der amerikanische Präsident keinen Anlass. Und die verschiedenen Regierungen weltweit noch keinen Grund für einen echten Kurswechsel.


Die CDU gibt auf ihrem Parteitag die Richtung an und präsentiert sich „im Reich der Mitte“. Damit schubst sie die SPD vom Platz, die sich nach links verabschiedet hat. Weitere Nebenschauplätze von Hannover waren die „Herdprämie“, die Stammzellenforschung und die Rente mit 67. Nun, Merkel lässt die Frauen in der eigenen Partei abblitzen und setzt das Betreuungsgeld für Eltern durch, die sich zu Hause um den Nachwuchs kümmern.


Deutschland wird noch zum Ökostreber. Das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung liest sich sehr ambitioniert: Es geht in dem 14-Maßnahmen-Paket vorrangig um Anreize für Verbraucher und Wirtschaft, diese zum Einsparen von Energie und zur Verwendung erneuerbarer Energie zu bringen. Doch schon treten wieder die Nörgler auf den Plan und es heisst: „Riesenschritt oder Etikettenschwindel“? Bütikofer schimpft u.a. gegen die „Neubauflut“ von Kohlekraftwerken.


Postchef Klaus Zumwinkel verkauft einen Teil seiner Aktienoptionen für 4,7 Mio Euro und macht sich damit ein besonderes Nikolausgeschenk. Vor allem aber bringt er damit die Leute in Rage, weil er selbst „den Hals nicht voll“ bekommt. Den Zeitpunkt wählte Zumwinkel denkbar geschickt, denn der Wert der Aktien war nach der Einigung der Koalition auf den Post-Mindestlohn gerade gestiegen. Wieder mal stehen die moralische Verantwortung und das fehlende Fingerspitzengefühl von Wirtschaftsbossen zur Diskussion. Selbst Merkel sieht nun Bedarf einer Debatte über gerechte Bezahlung.


Und nein, wir reden nicht auch noch von Knut und seiner Geburtstagstorte. Es wird endlich Zeit für einen „Abschied vom Medienstar Knut“.